Wohnen der Zukunft im "Village im Dritten"

Autofrei und klimafreundlich

Wohnen der Zukunft im "Village im Dritten"

Auf den Aspanggründen, gerahmt von Landstraßer Hauptstraße, Gürtel und Rennweg, entsteht ein neues Grätzl!

Der Name „Village im Dritten“ kommt nicht von ungefähr, soll hier doch urbanes Leben mit dem Charme eines Dorfes gepaart werden. Also weitläufige Grünflächen, Shared Spaces, Urban Gardening und kurze Wege durch integrierte Bildungseinrichtungen, Gastronomie sowie Einkaufsmöglichkeiten. Und das alles zentral mitten im Dritten! Das Projekt ist eine Kooperation der ARE Austrian Real Estate, der Stadt Wien, den Wohnfonds Wien sowie UBM Development und soll 2026 fertiggestellt werden.

© Superblock ZT GmbH
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Wohnen in Wien

Wer in den letzten Jahren in der Hauptstadt auf Wohnungssuche war weiß: Der Bedarf ist groß. Auf dem elf Hektar großen Areal der Aspanggründe entstehen daher rund 1.900 Wohnungen für circa 4.000 Menschen. Davon entfallen etwas mehr als die Hälfte auf frei finanzierte Miet- und Eigentumswohnungen und der Rest auf geförderte Wohnungen. Etwa 60.000 Quadratmeter sind als Gewerbeflächen, für Einzelhandel, Dienstleistungen und Gastro eingeplant, um die Nahversorgung der Bewohner*innen zu gewährleisten. Ebenfalls Teil des Konzepts sind eine Village-eigene AHS sowie zwei Kindergärten.

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Leben und Lernen

Diese sind Teil des Bildungscampus Aaron Menczer, der bereits fertiggestellt ist und mit September diesen Jahres in Betrieb gehen soll. Laut Angaben der Homepage der Stadt Wien soll hier auch eine 17-klassige Ganztagesvolksschule untergebracht werden. Schön: Die Stadt beweist hier soziales Bewusstsein. Der Kindergarten wird auch zwei Integrationsgruppen führen. Teil der Volksschule sind überdies sieben Klassen Sonderpädagogik für Kinder mit besonderen Bedürfnissen oder sozial-emotional benachteiligte Kinder. Des Weiteren sind vier basale Klassen, eine heilpädagogische Gruppe, Therapieräumlichkeiten und eine Musikschule geplant.

Klima

Klimafreundliche Konzeptionen waren eine der Hauptvorgaben der Stadt Wien. So ist etwa die Versorgung der Anlage durch erneuerbare Energien vorgesehen. Ebenso soll Energie gespart werden. Anstelle des Stromfressers Klimaanlage setzt man auf Temperatursenkung durch effektiven Sonnenschutz und gute Belüftung. Des Weiteren soll das Village autofrei bleiben, dazu stehen rund 1.300 Tiefgaragenparkplätze zur Verfügung. Die Fortbewegung im Dorf erfolgt rein über Fuß- und Radwege. Das garantiert überdies sicheres Spielen für die kleinsten unter den Bewohner*innen. Auch sollen eine Vielzahl an Grünflächen die Anlage kühl halten und für gute Luftqualität sorgen. Mittig ist ein zwei Hektar großer Park in Planung und ein Großteil der Dächer wird begrünt.

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Wiederverwertung und soziale Arbeit

Noch werden auf den Aspanggründen Vorarbeiten für den baldigen Baubeginn 2022 geleistet. Der Schutt der Gebäude, die der neuen Anlage weichen müssen, wird sortenrein getrennt oder, sofern möglich, wiederverwendet. Ein weiterer positiver Aspekt: Teil des Konzepts war auch eine Initiative, die Benachteiligten am Arbeitsmarkt ermöglichte sich am Projekt zu beteiligen und sich dabei Wissen zur Kreislaufwirtschaft anzueignen. Bisher wurden so rund 1.400 Stunden operativer sozialer Arbeit geleistet.

Gated Community und Gentrifizierung

Das klingt alles schillernd-schön und gut. Allerdings muss man sich auch fragen, wie inklusiv das Konzept des in sich geschlossenen und selbstständigen Viertels ist. Zwar entfällt die Umzäunung, wie man sie etwa von US-amerikanischen Gated Communities kennt, aber es besteht das Risiko eine Bubble zu generieren, in der sich die Bewohner*innen vermehrt bewegen. Hervorzuheben ist dennoch, dass auch 800 geförderte Wohnungen entstehen, womit zumindest schon mal für soziale Durchmischung gesorgt wird. Man darf freudig gespannt auf die Ideen der findigen Planenden sein um auch einen Anschluss der umliegenden Viertel und Wohnenden an das neue Village im Dritten zu generieren!