11 Kinder im Alter von acht bis 15 Jahren waren mit ihren Betreuern trotz widriger Winterverhältnisse zu einer Wanderung aufgebrochen. Die offenbar auch schlecht informierte Gruppe stand dann vor einer verschlossenen Alm und musste einen Notruf absetzen.
Tirol. Und so schilderte die Bergrettung Reutte den Großeinsatz: "Kurz nach 18:00 Uhr erreichte uns eine Einsatzmeldung: Verstiegene Personen, darunter 11 Kinder mit zwei Erwachsenen, im Bereich der Ehenbichler Alm. Ein Blick aus dem Fenster zeigte sofort, wie ernst die Lage war. Im gesamten Außerfern herrschte starker Schneefall, wie von den Wetterdiensten angekündigt, und das Thermometer zeigte Minusgrade an."
Unverzüglich rückten die Bergretter der Ortsstelle Reutte mit Skitourenausrüstung ins Einsatzzentrum ein. Parallel dazu erfolgte durch die Einsatzleitung die telefonische Lageabklärung. Dabei stellte sich heraus, dass sich die Gruppe bei der zu diesem Zeitpunkt geschlossenen Ehenbichler Alm befand – stark durchnässt und bereits deutlich unterkühlt.
Die Gruppe bestand aus 11 Kindern im Alter von 8 bis 15 Jahren sowie einer 20-jährigen und einem 21-jährigen Betreuer aus Deutschland. Geplant war eine Wanderung zur Reuttener Hütte gewesen.
Plötzlich halber Meter Neuschnee
In kürzester Zeit konnten zwei Skidoos organisiert werden, um mehrere Bergretter zur Alm zu bringen. Die rund 50 cm Neuschnee stellten jedoch selbst für die Motorschlitten eine enorme Herausforderung dar – ohne vorhandene Spur kamen auch diese im weichen Untergrund an ihre Grenzen.
Die Einsatzleitung weiter: "An der Alm angekommen, versorgten wir die Kinder und Betreuer umgehend mit Rettungsdecken und Wärmedecken. Der Hüttenwirt öffnete dankenswerterweise die Alm, sodass wir die Gruppe aus der Kälte bringen konnten. Dort wurden sie mit warmen Getränken versorgt. Das Team im Tal organisierte währenddessen zwei weitere Skidoos, um einen Shuttle-Dienst einzurichten. Gegen 22:50 Uhr konnte der Einsatz schließlich erfolgreich abgeschlossen werden."
Fazit der Bergretter: "Hier zeigte sich einmal mehr, wie schnell winterliche Bedingungen unterschätzt werden können – besonders mit Kindergruppen. Starker Schneefall, Minusgrade und fehlende Orientierungsmöglichkeiten machten die Situation äußerst kritisch."