22 Führer vom Obersalzberg rausgeworfen

Scheinselbstständige

22 Führer vom Obersalzberg rausgeworfen

Die Salzburger Fremdenführer auf dem Obersalzberg sind ihre Jobs los.

Mit ihnen gab es praktisch keinen Ärger, über sie kaum Beschwerden. Und dennoch: Die Fremdenführer des NS-Dokumentationszentrums am Obersalzberg wurden gefeuert. 22 sachkundige Männer und Frauen, darunter zehn Salzburger, werden ab November ­arbeitslos sein, Führungen durch den Sommersitz des Nazi-Diktators Adolf Hitler finden bis auf Weiteres nicht mehr statt.

Ministerium spricht
 von Missständen
Das zuständige Institut für Zeitgeschichte München-Berlin (IFZ) steht in Verdacht, die 22 Rundgangsleiter über Jahre als Scheinselbstständige beschäftigt zu haben. Das hat das IFZ selbst bestätigt, ebenso wie das bayerische Finanzministerium, das für die Liegenschaften auf dem Obersalzberg zuständig ist. Ein Ministeriumssprecher: Es gibt Missstände, die durchs Institut abgestellt werden müssen.“ Eine Sprecherin des IFZ sprach hin­gegen von einer unklaren Rechtslage.

»Wir waren fassungslos, 
einige haben geweint«
Inzwischen ist den Salzburger und bayerischen Fremdenführern ihre Kündigung mitgeteilt worden. Einer der Betroffenen zur Süddeutschen Zeitung: „Wir waren fassungslos, einige haben geweint. Der Großteil war ziemlich wütend.“

Wie es am Obersalzberg mit jährlichen 160.000 Besuchern des Doku-Zentrums weitergehen soll, ist völlig offen. „Wir haben keinen Plan B“, heißt es.

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