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Fall Kampusch

Adamovich gesteht Fehler

Vor dem Abschlussbericht bereut Kommissionsleiter Ludwig Adamovich brisante Formulierungen – bleibt aber bei der Mittäter-Theorie.

Am Freitag werden die Oberstaatsanwälte Thomas Mühlbacher und Werner Peischl sowie Spitzenkriminalist Ernst Geiger das Resultat der neuen Ermittlungen im Entführungsfall Kampusch präsentieren. Spannendste Frage dabei: Ob gegen den 45-jährigen Wiener Ernst H., einst enger Freund von Nataschas Entführer Wolfgang Priklopil, Anklage erhoben – oder das Verfahren gegen ihn eingestellt wird.

Mögliche Vorwürfe gegen Ernst H. (für den die Unschuldsvermutung gilt): Unter Umständen Mitwisser des Kidnappings gewesen zu sein – oder auch nur den Selbstmord Priklopils begünstigt zu haben.

Eigene Grube gegraben
Im Vorfeld des Abschlussberichtes erklärt der Leiter der Evaluierungskommission in der Causa Kampusch, Ex-Höchstrichter Ludwig Adamovich, im Magazin "News", er habe mit umstrittenen Aussagen „meine eigene Grube gegraben“. Bekanntlich sorgte Adamovich mit der Vermutung für Sprengstoff, Natascha sei es in der Zeit ihrer Gefangenschaft „womöglich allemal besser ergangen als in der Zeit davor“. Kampuschs Mutter, Brigitta Sirny, klagte – und der Ex-Präsident des Verfassungsgerichtshofes wurde am 24. Dezember zu einer teilbedingten Geldstrafe (10.000 Euro) verurteilt, legte aber Berufung ein.

Jetzt meint Adamovich, als Jurist hätte er „manches so nicht sagen dürfen“. Zumal „ein Feldzug gegen meine Person geführt“ werde. Im Übrigen aber bleibe er dabei, dass Priklopil Mittäter gehabt habe und dass es noch weitere Anklagen in dem Fall geben werden. Die Namen der Betroffenen könne Adamovich „allerdings jetzt noch nicht nennen“.



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