Wichtiger Lostag

Bauernregel: "Bringt Martina Sonnenschein, ..."

Der 30. Jänner, der Gedenktag der heiligen Martina, hatte in der bäuerlichen Tradition eine besondere Bedeutung. 

Wie so oft im Jahreslauf richtete sich der Blick an diesem Tag aufmerksam zum Himmel, denn das Wetter galt als Hinweis darauf, was die kommende Ernte bringen würde. Zwei überlieferte Bauernregeln bringen diese Hoffnung prägnant auf den Punkt:

  • „Bringt Martina Sonnenschein, hofft man auf viel Korn und Wein.“
  • „Scheint an Martina die Sonne mild, ist sie der guten Ernte Bild.“

Beide Regeln stellen den Sonnenschein in den Mittelpunkt. Ein heller, freundlicher 30. Jänner wurde als gutes Omen verstanden – nicht nur für das Getreide, sondern auch für den Weinbau. Gerade in einer Zeit, in der Felder und Weingärten noch in winterlicher Ruhe lagen, spendete ein sonniger Tag Zuversicht. Er wurde als Zeichen dafür gedeutet, dass das Jahr unter günstigen Vorzeichen stehen könnte und Frost, Nässe oder Unwetter die Ernte nicht allzu sehr beeinträchtigen würden.

Der Zusatz der „milden“ Sonne zeigt dabei, wie fein die Beobachtungen waren. Nicht extreme Wärme war gefragt, sondern ein ausgewogenes Wetter: hell, ruhig und ohne Sturm. Diese milde Wintersonne symbolisierte Harmonie im Jahresverlauf – ein Gleichgewicht, das nach bäuerlichem Verständnis Voraussetzung für eine gute Ernte war.

Auch wenn moderne Landwirtschaft heute auf wissenschaftliche Wetterdaten setzt, haben diese Bauernregeln ihren Reiz nicht verloren. Sie erzählen von Hoffnung, Erfahrung und dem Vertrauen in die Natur. Der 30. Jänner erinnert damit daran, wie eng früher das Wetter eines einzelnen Tages mit den Erwartungen an Korn und Wein eines ganzen Jahres verbunden war.

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