Chronik

Die Österreicher essen viel zu viel und viel zu fett

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Die Menschen in Österreich werden immer dicker und dadurch immer kränker. Das geht aus einer in Europa größten Risikostudie hervor.

Bei der Aktion "10 Minuten für meine Gesundheit", bei der sich Österreicher über einen Schnell-Test in landesweit 1.500 Apotheken durchchecken lassen konnten, wurden Blutdruck, Cholesterin, Bauchumfang, Blutzucker und Gewicht gemessen. Fazit: Die Österreicher essen viel zu viel und viel zu fett.

Jeder 4. Teenager mit Gewichtsproblemen
Das Ergebnis ist ernüchternd: Mehr als 30.000 Personen erhielten nach dem Check die Empfehlung, auf Grund schlechter Werte einen Arzt aufzusuchen.

Besonders beängstigend ist die Entwicklung bei den Jugendlichen: In dieser Altersgruppe hat bereits jeder Vierte ein Gewichtsproblem.

Bei den 50- bis 70-Jährigen bringen 60 Prozent zu viele Kilos auf die Waage. Und bei den 40- bis 59-Jährigen wurde bewiesen, dass Fettleibigkeit zu einer drei Mal höheren Häufigkeit von Diabetes führt.

53% zu viel Fett im Blut
Erschreckend hoch sind auch die Cholesterinwerte.
Der Auswertung des Gesundheits-Tests in den Apotheken zu Folge haben 53 Prozent der Bevölkerung zu viel Fett im Blut, 17 Prozent davon befinden sich sogar im Hochrisikobereich. Die Altersgruppe mit der größten Gefährdung sind die 50- bis 60-Jährigen: Gar zwei Drittel aller Untersuchten hatten zu hohe Cholesterinkonzentrationen.

Hohe Dunkelziffer bei Bluthochdruck
Auch der Blutdruck der Österreicher ist wesentlich höher als von den Experten angenommen: 46 Prozent haben erhöhte systolische und 33 Prozent erhöhte diastolische Werte. Als besonders erschreckend wurde die Dunkelziffer bezeichnet, die bei älteren Menschen 38 Prozent beträgt und bei den jüngeren Erwachsenen auf 48 Prozent ansteigt.

Anstieg der Diabetiker
"10 Minuten für meine Gesundheit" förderte außerdem 1.500 Diabetiker zu Tage, die von ihrer Krankheit gar nichts wussten. Die bisherigen Annahmen der Häufigkeit lagen bei zwei Prozent der Gesamtbevölkerung - tatsächlich sind es aber 5,3 Prozent. Weitere 9.000 Schnell-Tester gelten als diabetesgefährdet. Auch hier sei die Dunkelziffer sehr hoch, betonten die Studien-Leiter.

Regionale Unterschiede: Ostösterreicher sind fetter
Dennoch gibt es ein Ost-West-Gefälle, denn die Bauchumfänge bei den Wienern, Niederösterreichern und Burgenländern sind deutlich größer als die der Tiroler oder Vorarlberger. Sie wiegen durchschnittlich sechs Kilo weniger. Doch selbst die bundesweit vorbildhaften Tiroler liegen punkto Sterblichkeit durch Fettleibigkeit über dem EU-Schnitt.

Jährlich erliegen von 100.000 Einwohnern in Wien 509 Männer und 319 Frauen einer Herz-Kreislauferkrankung, in Tirol sind es hingegen "nur" 371 Männer und 247 Frauen. Zum Vergleich: Der Durchschnitt in 15 EU-Ländern liegt bei 358 Männern und 227 Frauen.

Riesen Anklang bei der Bevölkerung
Das enorme Echo in der Bevölkerung - 68.000 Menschen haben sich von 10. bis 14. Oktober dem kostenlosen Gesundheits-Check der Apotheken unterzogen - überraschte die Initiatoren. "Dank der Aktion haben wir seit 20 Jahren das erste Mal repräsentative Daten zum Herz-Kreislaufrisiko der Österreicher", freuten sich Helmut Sinzinger, Stellvertretender Vorstand der Universitätsklinik für Nuklearmedizin am AKH Wien, und Harald Kritz, Atheroskleroseforscher und Präsident des Lipidforums Österreich.

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