ÖSTERREICH-Interview

Ex-Sturm-Boss Kartnig verurteilt: Er will eine Fußfessel

Hannes Kartnig wurde zu 15 Monaten verurteilt. Muss er wirklich in den Knast?

Bei der Berufungsverhandlung am Mittwoch am Obersten Gerichtshof (OGH) in Wien ist die Strafe für Ex-Sturm-Präsident Hannes Kartnig reduziert worden, ein Teil des Verfahrens muss aber wiederholt werden. Die unbedingte Haft für den einstigen Sonnyboy der Society wurde von fünf Jahren auf 15 Monate, die Geldstrafe von 6,6 auf 5,5 Millionen Euro herabgesetzt.

Unklar ist, wie lange der 63-Jährige tatsächlich in eine Zelle ziehen muss. Die zweimonatige U-Haft aus 2007 und auch sein Gesundheitszustand - er hat Darmkrebs - könnten zu einer Haftmilderung führen. Kartnig selbst liebäugelt für eine Variante mit Fuß-Fessel, wie er im Interview verrät:
 

Interview: Kartnig nach dem OGH-Urteil


»Ich hoffe, dass die Fuß-Fessel genehmigt wird«

ÖSTERREICH: Herr Kartnig, wie geht es Ihnen nach diesem OGH-Urteil?
Hannes Kartnig: Auf alle Fälle besser als zuvor. Ich habe blendende Verteidiger und ziehe den Hut vor ihnen. Ich bin durch Himmel und Hölle gegangen. Als ich in den Saal rein bin, war ich komplett fertig. So fertig war ich nicht einmal bei Sturms Spielen in der Champions League. So viel Blut wie bei der Urteilsverkündung habe ich noch nie geschwitzt.

ÖSTERREICH: Warum war Ihre Frau Claudia bei der Verhandlung in Wien nicht an Ihrer Seite?
Hannes Kartnig: Sie wollte, aber ich hab zu ihr gesagt, bleib in Graz, da muss ich alleine durch.

ÖSTERREICH:
Wann werden Sie die Haft antreten?
Hannes Kartnig: Ich hoffe, dass die Fußfessel genehmigt wird. Mein Anwalt hat den Antrag dafür eingebracht.

ÖSTERREICH: Können Sie die 5,5 Millionen Euro Geldstrafe aufbringen?
Hannes Kartnig: Da werde ich schon etwas machen. Vielleicht darf ich in Raten zahlen.

ÖSTERREICH: Bei Ihnen wurde Darmkrebs diagnostiziert. Ist Haftunfähigkeit ein Thema für Sie?
Hannes Kartnig: Nein! So etwas fange ich mir gar nicht an. Damit spielt man nicht.

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