Brisante Studie

Frauen verursachen halb so viele Unfälle wie Männer

Frauen sind im österreichischen Straßenverkehr wesentlich sicherer unterwegs als Männer und verursachen deutlich weniger Unfälle.  

Das zeigt eine aktuelle Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) anlässlich des bevorstehenden Weltfrauentags. Im Jahr 2025 waren nur 21 Prozent der Verkehrstoten Frauen, während der Anteil der Männer fast viermal so hoch lag. Besonders auffällig ist, dass Männer in den vergangenen Jahren doppelt so viele Verkehrsunfälle verursachten wie Frauen.

Bei Unfällen mit alkoholisierten Lenkern war der Männeranteil sogar sechsmal so hoch wie jener der Frauen. "Wären Männer so sicher mobil wie Frauen, dann hätte es in Österreich im Vorjahr statt fast 400 Verkehrstoten weniger als 200 gegeben", meinte VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky. "Die Geschlechter-Unterschiede sind in der Verkehrssicherheit groß und werden in der Verkehrssicherheitsarbeit viel zu wenig berücksichtigt."

Auch bei den einzelnen Verkehrsmitteln zeigen sich deutliche Unterschiede: Die Zahl der tödlich verunglückten Pkw-Lenker war sechsmal so hoch wie die der Pkw-Lenkerinnen. Bei Fahrradunfällen kamen dreimal so viele Männer wie Frauen ums Leben, bei E-Bike-Unfällen sogar neunmal so viele Männer. Im Zeitraum 2022 bis 2025 starben dreimal so viele Männer als Autolenker wie Frauen, doppelt so viele Männer wie Frauen mit dem Fahrrad und sechsmal so viele Männer wie Frauen mit dem E-Bike.

Alkohol am Steuer männliches Problem

Alkohol am Steuer bleibt vor allem ein männliches Problem: Zwischen 2022 und 2024 waren sechsmal so viele Männer wie Frauen als Alkolenker in Unfälle mit Personenschaden verwickelt. Auch Schnellfahren ist laut VCÖ-Analyse überwiegend ein männliches Delikt. Im Jahr 2024 kamen 81 Frauen bei Verkehrsunfällen ums Leben, 39 davon waren selbst Verursacherinnen - jedoch war bei keiner dieser tödlichen Unfälle Alkohol oder Drogen im Spiel. Im Gegensatz dazu starben 270 Männer, von denen 204 den Unfall selbst verursacht hatten; 60 dieser Unfälle waren auf überhöhte Geschwindigkeit und zehn auf Alkohol oder Drogen zurückzuführen.

Pkw-Lenkerinnen verursachten 54 Prozent der Unfälle, an denen sie beteiligt waren, während es bei den Pkw-Lenkern 59 Prozent waren. Insgesamt verursachten Männer im Zeitraum 2022 bis 2024 mit 70.369 mehr als doppelt so viele Unfälle mit Personenschaden wie Frauen (32.841).

Auffällig ist zudem der hohe Anteil älterer Frauen unter den tödlich Verunglückten: 2024 waren rund 51 Prozent der weiblichen Verkehrstoten über 64 Jahre alt. Unter den tödlich verunglückten Seniorinnen war der Anteil der Fußgängerinnen besonders hoch - im Zeitraum 2022 bis 2025 lag er bei 41 Prozent. Der VCÖ fordert daher, dass in der Verkehrsplanung künftig stärker auf die Bedürfnisse von Fußgängerinnen und Fußgängern Rücksicht genommen wird.

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