Österreicher in Türkei-Gefängnis

"Freiheit für Max Zirngast"

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Helfer des in der Türkei inhaftierten Max Zirngast greifen Außenministerin Kneissl an.

Wien. Seit September ist Max Zirngast in der Türkei in Haft. Passiert nicht noch ein echtes Weihnachtswunder, muss der österreichische Journalist auch die Feiertage im Gefängnis in Ankara verbringen. Keiner kennt die ­offiziellen Grund, denn die türkische Justiz hält die Vorwürfe unter Verschluss. Eine Anklageschrift gibt es nicht.

ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz forderte diese Woche die „sofortige Freilassung“ Zirngasts. Indes formierte sich auch eine Solidaritäts-Bewegung, der auch die ehemalige grüne Abgeordnete Berivan Aslan angehört. Sie kritisiert vor allem die Rolle von FPÖ-Außenministerin Karin Kneissl: „Wir haben das Gefühl, dass zu wenig gemacht wird“, sagt sie im ÖSTERREICH-Gespräch, Sie erwarte, dass sich die Ministerin für ihre Bürger einsetzt und nicht vor Erdogan in die Knie geht.

Vier weitere Österreicher sitzen in der Türkei in Haft

Neben Zirngast sind mindestens vier weitere Österreicher in der Türkei inhaftiert, darunter eine Mutter mit zwei Töchtern, so Aslan.

Kneissl weist Vorwürfe gegen sie zurück: „Wir ­arbeiten hier, was wir können“, sagte sie diese Woche. Österreich sei vom Bundespräsidenten abwärts auf verschiedenen Ebenen aktiv.

Heute findet eine Solidaritätsveranstaltung im Wiener Schauspielhaus statt. Am Dienstagabend bekommt Max Zirngast den Dr.-Karl-Renner-Solidaritätspreis verliehen.

D. Knob

Aslan: "Ministerin macht zu wenig"

ÖSTERREICH: Wir setzen Sie sich für Max Zirngast ein?

Berivan Aslan: Wir machen primär Aufklärungskampagnen und wir sind in Kontakt mit der Familie. Kontakt zu Max haben wir keinen. Die Haftbedingungen in der Türkei sind miserabel.

ÖSTERREICH: Wie sehen Sie die Rolle des Außenministeriums?

Aslan: Wir haben das Gefühl, dass zu wenig gemacht wird. Die stille Diplomatie ist hier wirklich fehl am Platz. Ich weiß nicht, wieso man vor Erdogan in die Knie geht. Wir erwarten, dass sich die Außenministerin für ihre eigenen Staatsbürger einsetzt.

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