Insgesamt sechs Tankstellen-Überfälle hat Stefan K. gestanden. Sein Motiv: Geld beschaffen, um seine Drogensucht zu finanzieren.
Unerträgliche Entzugsschmerzen, der fixe Gedanke an den nächsten Schuss – sein Gehalt, das Stefan K. aus Kremsmünster als Arbeiter verdiente, reichte einfach nicht aus, sich jeden Tag die nötigen Gramm Heroin zu finanzieren. Seine schwere Drogensucht trieb den 26-Jährigen zu höchst kriminellen Taten. Dadurch bringt sich Stefan K. – für ihn gilt die Unschuldsvermutung – jetzt für bis zu 15 Jahre hinter Gitter, seine Opfer werden vielleicht noch länger unter ihren Traumata leiden.
5.000 Euro Beute
Gestern gestand der Kremsmünsterer laut Polizei
sechs Überfälle auf Tankstellen im Raum Wels-Land und Kirchdorf. Bei ihm
wurden die Tatwaffe – eine Gaspistole – und die 1.800 Euro Beute vom letzten
Überfall in Sattledt am Montag gefunden. Von den restlichen 3.000 Euro ist
nichts mehr übrig, das Geld hat Stefan K. gleich in Heroin angelegt. „Er hat
für wenig Beute eine hohe Strafe in Kauf genommen, das ist für
Beschaffungskriminalität typisch“, so Hermann Feldbacher von der
Sicherheitsdirektion.
Serientäter
Am 26. Juli begann die Serie an Überfällen.
Während die Waffe bei dem ersten Raub in Sattledt eher spontan wirkt – er
wählte einen spitzen Stein – war der Überfall am Montag auf die gleiche
BP-Tankstelle schon abgebrühter: K. nahm eine 16-Jährige als Geisel, hielt
ihr die Waffe an den Kopf. Die Festnahme des Täters ist nicht zuletzt dem
beherzten Eingreifen von Zeugen zu verdanken: Die Sattledter veranstalteten
eine regelrechte Hetzjagd. Der 26-Jährige entkam zunächst, die Polizei
fasste ihn jedoch kurz darauf.