Freundin 
im Streit abgefackelt

Irrer drehte durch

Freundin 
im Streit abgefackelt

Weil sie ihn verlassen wollte, überschüttete er sie mit Alkohol und zündete sie an.

Sein eigenes Leben hatte er schon mit Drogen ruiniert, dann zerstörte er ein zweites: Dienstag stand in Leoben Jörg M. (39) wegen Mordversuch, Brandstiftung, Nötigung und Freiheitsentziehung vor Gericht.

Gift
Der seit 20 Jahren süchtige Tätowierer und verkrachte Künstler mit ellenlangem Vorstrafenregister hatte es im April zu trauriger Berühmtheit gebracht: Weil er mit seiner Freundin wegen einer SMS in Streit geraten war, rastete der Mann komplett aus. Mit Bier, Haschisch und Kokain im Blut packte er einen Kanister Desinfektionsalkohol und überschüttete Sabine P. (22) mit der hochexplosiven Flüssigkeit.

Wut
"Ich wollte sie nicht anzünden, nur erschrecken. Ich war einfach wütend, weil sie von mir wegwollte", winselte der Angeklagte mit den Rastalocken nun beim Prozess. Während die junge Frau panisch ins Schlafzimmer flüchtete, sperrte Jörg M. (für den die Unschuldsvermutung gilt) die Wohnungstür von innen zu und legte Feuer.

Inferno
Als Sabine P. sich aus ihrem Versteck wagte, ging sie sofort in Flammen auf. Gesicht und Dekolleté brannten lichterloh. "Warum haben sie so die Nerven verloren", wollte Staatsanwältin Tanja Gutnik vom Beschuldigten wissen. "Sie hat im Streit meine Tätowiermaschine kaputt gemacht", so die Antwort des 39-Jährigen, der noch versuchte, sich herauszureden: Er habe seine junge Freundin retten wollen und ihr eine Decke übergeworfen.

Hilfe
Dem widerspricht die Aussage von Sabine P. bei der Polizei. Monate nach dem Drama hatte die nunmehr entstellte Frau – 15 Prozent der Hautoberfläche sind verbrannt – zu Protokoll gegeben, Jörg M. wäre durchs Fenster geflüchtet, hätte keinen Finger gerührt, um sie zu löschen. Ein Gutachter bescheinigte dem Angeklagten "geistige und seelische Abartigkeit höheren Grades" und empfahl die Einweisung in eine Anstalt. Vertagt auf Jänner.



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