Juwelier wurde Geisel von Ostbande

Drama in St. Pölten

Juwelier wurde Geisel von Ostbande

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Die drei Verdächtigen gaben nach rund einer halben Stunde auf.

Für großes Aufsehen in der St. Pöltener Innenstadt sorgte Donnerstagabend ein Überfall auf Juwelier Hasenzagl in der Herrengasse 1. Kurz vor Geschäftsschluss um 17.45 Uhr stürmten zwei voll maskierte Männer das Geschäft, attackierten mit einem Schlagring brutal den Geschäftsinhaber Josef Wohlmuth und bedrohten den Uhrmacher Franz M. mit einer Pistole. Dann forderten sie lautstark: „Gold und Geld her!“

In der Wohnung im ersten Stock über dem Geschäft hielt sich die Ehefrau des Juweliers auf. Sie reagierte blitzschnell, griff zum Telefon und alarmierte die Polizei. Großalarm wurde ausgelöst. Ein Polizist befand sich zufällig in unmittelbarer Nähe des Tatortes. In Sekundenschnelle tauchte er vor dem Geschäft auf. Das sahen die drei Ganoven, die daraufhin den Juwelier und seinen Angestellten als Geisel nahmen. Schließlich wurde die gesamte Fußgängerzone von der Polizei hermetisch abgeriegelt. Die Cobra wurde nach St. Pölten abkommandiert. Geiseln gelang es, Räuber zur Aufgabe zu bewegen.

Junge Täter
Die Nervenschlacht dauerte eine halbe Stunde. Inzwischen gelang es den Opfern, auf die Geiselnehmer – den Tschetschenen Sabur A. (19), den Mazedonier Senol G. (17.) und den Österreicher Alban U. (16) – einzureden, sich den Einsatzkräften zu ergeben. Die drei Ganoven blickten mehrmals durch die Auslagen ins Freie und erkannten schließlich selbst ihre ausweglose Situation. Die Waffe übergaben sie ihren Opfern und verließen dann gemeinsam den Juwelierladen.

Die Polizei nahm die Geiselnehmer – für die die Unschuldsvermutung gilt – gegen 18.20 Uhr ohne Gegenwehr fest. Das Trio wird heute einvernommen. Das könnte laut Raubgruppen-Chefermittler Josef Deutsch spannend werden: „Wir sehen uns jetzt alle offenen Fälle in der gesamten Ostregion an!“ Bei dem Überfall erlitt Juwelier Josef Wohlmuth eine Platzwunde. Übrigens: nicht der erste Schicksalsschlag für das Geschäft: Erst vor drei Tagen starb der Gründer.

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