Es gab verstärkte Ausbildungen für Polizisten, damit diese die Anzeichen besser erkennen können, wenn Fahrzeuglenker unter Drogen stehen.
Ktn. In Kärnten ist im Jahr 2025 die Zahl der angezeigten Delikte um 3,3 Prozent auf 25.532 Fälle gesunken. Die Aufklärungsquote ging im Vergleich zum Jahr 2024 um 0,3 Prozentpunkte auf 61,3 Prozent zurück, teilten Vertreter der Kärntner Polizei am Dienstag mit. Auffällig ist ein Rückgang bei Internet- und Eigentumskriminalität, allerdings wurden etwas mehr Gewaltdelikte verzeichnet.
Die Zahl der in Kärnten angezeigten Fälle von Internetkriminalität ist 2025 leicht, um 2,1 Prozent, gesunken. Das bedeute aber keine Entwarnung, betonte Landespolizeidirektorin Michaela Kohlweiß: "Sondern dass sich dieser Bereich auf sehr hohem Niveau eingependelt hat." Wurden 2024 insgesamt 3.100 Fälle erfasst, waren es 2025 insgesamt 3.034 Fälle von Internetkriminalität. Und während auch beim Internetbetrug ein leichter Rückgang verzeichnet wurde, gab es bei den klassischen Betrugsdelikten in der "analogen Welt" ein Plus von 2,8 Prozent auf 3.387 angezeigte Fälle.
In Kärnten wurde 2025 ein leichter Anstieg bei den Gewaltdelikten verzeichnet. Wurden 2024 noch 4.232 Anzeigen erstattet, so waren es 2025 insgesamt 4.345 (plus 2,7 Prozent). In 61,2 Prozent der angezeigten Gewaltdelikte bestand ein Bekanntschaftsverhältnis, was insgesamt 2.885 Tatverdächtigen-Opfer-Beziehungen entspricht.
Zunahme bei sehr jungen Tatverdächtigen
Erhoben wurden auch Details zu den Tatverdächtigen unter 21 Jahren. 2016 wurden 3.736 Tatverdächtige in dieser Altersgruppe verzeichnet, 2025 sind es mit 4.205 deutlich mehr - allerdings bedeutet diese Zahl ein Minus von 3,7 Prozent im Vergleich zu 2024. In der Altersgruppe der bis Zehnjährigen gab es eine Zunahme von mehr als 42 Prozent - allerdings auf sehr geringem Niveau (von 40 auf 57 Tatverdächtige). In dieser Altersgruppe war das häufigste Delikt Körperverletzung. Eine Zunahme hat es auch bei den tatverdächtigen Zehn- bis 14-Jährigen gegeben (2024: 509, 2025: 596), hier wurden am häufigsten Sachbeschädigungen angezeigt. In der Altersgruppe der 14- bis unter 18-Jährigen nahm die Zahl der Tatverdächtigen um 8,7 Prozent ab (2024: 2.165, 2025: 1.976), häufigstes Delikt in dieser Altersklasse waren Diebstähle.
Als Gründe für Anstiege in gewissen Altersgruppen führte Kohlweiß ins Treffen, dass aktuell öfter die Polizei geholt werde bei Delikten, die früher wohl gar nicht angezeigt worden wären: "Aber dieser Mentalitätsunterschied im Vergleich zu früher ist nicht der alleinige Grund für den Anstieg." Es wurden einfach mehr Delikte nachgewiesen, was sich im langjährigen Vergleich zeige.
Seit 2013 nur halb so viele Einbrüche
Im Bereich der Eigentumskriminalität gab es 2025 insgesamt 5.849 erfasste Delikte - 7,0 Prozent weniger als 2024 (6.290 Fälle). Hier ist zwar die Zahl der Einbrüche in Wohnräume um 6,2 Prozent auf 293 gestiegen. Allerdings ist diese Tatsache unter zwei Gesichtspunkten zu sehen: Einerseits wurden davon nur 165 Einbrüche vollendet, 128 Mal blieb es beim Versuch. Und andererseits ist die Zahl im langjährigen Vergleich stark rückläufig - so wurden im Jahr 2013 mit 688 Einbrüchen noch mehr als doppelt so viel verzeichnet als im Vorjahr, sagte der Leiter des Landeskriminalamtes, Gottlieb Türk.
Stolz zeigte sich Türk auf die Kärntner Aufklärungsquote von 61,3 Prozent: Diese sei - trotz des leichten Rückgangs - noch immer die zweitbeste im Österreichvergleich. Gründe dafür seien unter anderem die verbesserte Spurensicherung und Kriminaltechnik - auch stünden durch internationale Kooperationen immer mehr Daten aus DNA- oder Fingerabdrucksdateien zur Verfügung.
Mehr Drogenlenker erwischt
Einen Rückgang gab es in Kärnten bei den Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz: Es wurden 2.335 Delikte erfasst, was einem Rückgang von 12,7 Prozent im Vergleich zu 2024 (2.676 Anzeigen) entspricht. Dem gegenüber steht aber eine deutlich gestiegene Zahl der unter Drogen stehenden Fahrzeuglenker, die von der Polizei erwischt wurden: Im Jahr 2025 wurden 481 erwischt, was einen Anstieg um 50,8 Prozent bedeutet. Das führt die Polizei vor allem auf zwei Maßnahmen zurück: Einerseits stärkeren Kontrolldruck - und andererseits verstärkte Ausbildungen für Polizisten, damit diese die Anzeichen besser erkennen können, wenn Fahrzeuglenker unter Drogen stehen.
Einen massiven Rückgang von 85 Prozent - von 54 auf acht Anzeigen - hat es in Sachen Schlepperkriminalität gegeben. Kohlweiß verwies auf einen starken Rückgang bei der illegalen Migration, die momentan "fast gegen null" gehe: "Damit hat sich auch das Delikt der Schlepperei verändert."