Rufmord: Ein Polizist schlägt zurück

5.000 Österreicher vor Gericht

Rufmord: Ein Polizist schlägt zurück

Gegen einen Polizisten müssen Tausende Österreicher demnächst vor Gericht. 

Ktn./Tirol. Das ist bislang einmalig und vermutlich überfällig: Nach einem unvergleichlichen Shitstorm klagt ein Kärntner Polizist Tausende Hass-Poster, die ihn zu Unrecht öffentlich an den Pranger gestellt hatten. Die ersten Urteile sind gefallen, von Graz bis St. Pölten stapeln sich die Strafanzeigen bei Gericht.

Der 32-jährige Beamte war bei einer illegalen Anti-Corona-Demo in Innsbruck eingesetzt worden. Dabei wurde ein älterer Teilnehmer von der Polizei vorübergehend festgenommen.

Der Vorgang schlug gewaltige Wellen: „Lasst dieses Gesicht des Polizisten um die Welt gehen. Dieser Polizist eskalierte bei der Demo. Ein 82-jähriger, unschuldiger Mann wurde zu Boden gerissen, verhaftet und stundenlang verhört. Dieser Polizist ist schuldig“, schrieb ein aufgebrachter Facebook-User und stellte ein Foto des Kärntner Polizisten dazu.

Sogar Mutter des Beamten beleidigt

Doch der hatte mit der Festnahme selbst gar nichts zu tun. Nach der Veröffentlichung wurde der Beamte mit einem Shitstorm überzogen, als „Scheiß-Polizist“ und ­„feige Sau“ beschimpft. Auch seine Familie wurde bedroht, die Mutter sogar aufgefordert, sich für ihren Sohn zu entschuldigen.

5.000 Facebook-User sollen den Rufmord geliked und geteilt haben. Und jeder von denen soll jetzt vor Gericht, wenn es nach dem Polizisten-Anwalt Robert Kerschbaumer geht. 1.500 Verdächtige sind mittlerweile ausgeforscht, 300 Strafanzeigen liegen bereits bei den Gerichten. „Ich garantiere, dass ich jedem der Täter abgewöhnen werde, das Bild eines Polizisten mit verächtlicher Textierung ins Internet zu stellen“, ließ sich der Tiroler Anwalt in der Regionalpresse zitieren. Den Beschuldigten drohen empfindliche Geldstrafen. 



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