Donaukanal-Mord: Lokalaugenschein

Wien-Simmering

Eifersuchtsmord: Leiche aufgetaucht

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Verdächtiger zurück am Tatort. Verbrechen exakt nachgestellt.

Bleich, schüchtern, schmächtig und auf den ersten Blick das Gegenteil eines Killers – bei der Tatortbegehung am Mittwochvormittag am Alberner Hafen gab sich Thomas W. erst wortkarg. Dann verstummte er schließlich vollends, als der Tross aus Mordermittlern und Justizbeamten nach 700 Metern Fußmarsch durchs Dickicht zu jener Lichtung kam, auf der er Michael „Franky“ Frankowski (25) bestialisch getötet haben soll.

Der 19-jährige Thomas W. verweigerte angesichts von Gedenkkerzen für das Opfer jede weitere Zusammenarbeit mit dem Untersuchungsrichter und ließ sich zurück ins Gefängnis bringen. Wäre er länger geblieben, hätte er die neueste Wende in dem Fall noch mitbekommen. Denn genau während des Lokalaugenscheins wurde bekannt, dass die lange verschollene Leiche des Opfers in Bratislava aus der Donau geborgen und bereits obduziert worden war.

Schließlich übernahm ein Mordermittler die Rolle des mutmaßlichen Täters und zeigte an einer Puppe, was Anfang Mai in der einsamen Au passiert sein soll. Demnach zwang Thomas W. den neuen Freund seiner verflossenen Liebe Sabine mit vorgehaltener Gaspistole, ihm ins Gebüsch zu folgen. Dann prügelte er auf „Franky“ ein, ließ dem Gehbehinderten einen 30 Kilo schweren Stein auf den Kopf fallen und ertränkte ihn.
„Mein Mandant versteht nun langsam, was er angerichtet hat, und das trifft ihn derart, dass er noch nicht darüber sprechen kann“, so Anwalt Marcus Januschke. Thomas W. wird in der U-Haft psychologisch betreut. Ein Gutachten soll nun seinen Geisteszustand beurteilen, bevor es zur Mord­anklage kommt

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