Feiger Mord in feinsten Kreisen

Millionärin erschlagen

Feiger Mord in feinsten Kreisen

NÖ. Seit einer Woche kommt das kleine Edlitz bei Neunkirchen nicht zur Ruhe, seit vergangenen Montag beherrscht eine Frage die Gespräche unter den 1.000 Einwohnern: Warum tötet ein hoch angesehener, vermögender Bankmanager seine Kundin, warum erschlug der dringend tatverdächtige Vermögensberater die 85-jährige Emma Sch. ausgerechnet mit einem prall gefüllten Sparstrumpf voller Münzen in ihrer Villa? Die Antwort kennt nur der Mörder der reichen Bauunternehmerin.

Am Krankenbett wurde über einen 61-Jährigen die U-Haft verhängt, der sein bisheriges Leben lang über jeden Zweifel erhaben schien: ein promovierter Wirtschaftswissenschaftler aus dem Industrieviertel, der in Wien einen kometenhaften Aufstieg als Banker hingelegt hat. Der zunächst die nobelste Filiale des Branchenprimus am Graben in der Wiener City leitete, der von der Konkurrenz abgeworben wurde, der als „Executive Director“ die betuchtesten Kunden des Instituts betreute. Nebenher erlangte der Top-Manager als Gerichtsgutachter in einem der wichtigsten Wirtschaftsverfahren des Landes (Meinl-Prozess) überregionale Bekanntheit.

Konten des Opfers sollen Motiv klären

Der soll Emma Sch. getötet haben? Für den Außenstehenden kaum vorstellbar und auch für die Mordermittler noch völlig schleierhaft. Am Montag könnte etwas Licht ins Dunkel kommen, wenn die Kripo die Bankkonten des Mordopfers öffnen lässt. Hier könnte der Schlüssel für das rätselhafteste Verbrechen des Jahres liegen: Hat sich der Geldberater, der sich seit Langem um die Finanzen der alleinstehenden Pensionistin kümmerte, verspekuliert, hat er einen Teil ihres Vermögens in den Sand gesetzt? Musste Emma Sch. sterben, weil sie dem 61-Jährigen mit Konsequenzen drohte? Wie gesagt, die Antworten kennt nur der Mörder. Noch gilt für ihn die Unschuldsvermutung.

Merkwürdig: Täter kam mit Leihwagen zur Villa

Tötete der Bankmanager, der das Verbrechen gestanden hat, mit Vorsatz? Beging er also einen klassischen Mord, oder war es ein Totschlag? Möglich ist auch eine Körperverletzung mit Todesfolge. Was den Tathergang und das Motiv anbelangt, stehen die Ermittler noch am Anfang.

Merkwürdig: Der Bankmanger fuhr an jenem Tag nicht mit einem seiner eigenen Autos zum Tatort. Er hatte sich eigens einen Leihwagen gemietet, den er auf seiner Flucht an der Villa zurücklassen musste. Es hat den Anschein, als wollte er seine Kundin unerkannt besuchen und sein eigenes Kfz-Kennzeichen verbergen. Der Manager wird es erklären müssen.

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