Jahresbilanz

AKNÖ erstritt 143 Mio. Euro

132.000 Beschäftigte wandten sich an die Kammer. Weiter Beratungsbedarf nach Insolvenzen geortet, überproportional viele Fälle in der Gastronomie 

Die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) hat 2025 Nachzahlungen in der Höhe von insgesamt 142,7 Millionen Euro für Mitglieder gesichert. Wegen Problemen im Job hatten sich im Vorjahr 132.000 Personen an die Kammer gewandt. Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser ortete am Donnerstag in einer Aussendung weiterhin viel Beratungsbedarf aufgrund von Insolvenzen. Allgemein sei überproportional oft für Beschäftigte in der Gastronomie eingeschritten worden.

Großteils ausstehende Löhne und Gehälter

Den Großteil der gesicherten Ansprüche stellten ausstehende Löhne und Gehälter, nicht bezahlte Urlaubs- oder Kündigungsentschädigungen und zu Unrecht vorenthaltene Abfertigungen dar. "Ohne unsere Beratung und Rechtsvertretung wären die meisten Betroffenen nicht zu ihrem Geld gekommen", hob Wieser anlässlich eines Pressetermins hervor. Für etwas mehr als 4.500 Personen seien zudem offene Entgeltforderungen beim Insolvenzentgeltfonds eingebracht worden. "Häufig geht es da um mehrere Monatsgehälter."

Vermehrtes Einschreiten in der Gastronomie

Ein vermehrtes Einschreiten der AKNÖ sei in der Gastronomie nötig gewesen. Gängige Arbeitsrechtsverstöße in der Branche seien unbezahlte Überstunden, Arbeitszeitverstöße, Bezahlung unter dem Kollektivvertrag und fehlende Lohnzettel. Apropos Kollektivverträge: Hier waren Verfallsfristen eine Herausforderung. "Für viele Betroffene konnten wir zustehende Ansprüche wie unbezahlte Überstunden erst in letzter Minute sichern, weil der jeweilige Kollektivvertrag nur relativ kurze Verfallsfristen von drei oder sechs Monaten für offene Ansprüche vorsieht", sagte Thomas Kaindl, Leiter des Bereichs Regionale Aufgaben der AKNÖ.

Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten