Mehrere Anweisungen wurden erteilt sowie Gespräche mit 90 Mönchen und externen Personen durchgeführt.
Die im Vorjahr angeordnete Apostolische Visitation für das Zisterzienserstift Heiligenkreuz im Bezirk Baden (NÖ) ist am Mittwoch abgeschlossen worden. Das Dikasterium der Institute des geweihten Lebens und der Gesellschaften des apostolischen Lebens erteilte mehrere Anweisungen, mit denen man sich "intensiv beschäftigen" werde, teilte das Stift in einer Aussendung mit. Gespräche mit 90 Mönchen und zahlreichen externen Personen seien durchgeführt worden.
Die Anweisungen des Dikasteriums umfassen laut Aussendung eine "optimierte Kommunikationsfähigkeit der Gemeinschaft nach innen und außen". Hinzu kommen strategische Überlegungen zur Zukunft des Stiftes und Priorisierung der Aufgaben, eine Reflexion der theologischen und spirituellen Ausrichtung und eine "Vertiefung der Heranführung junger Menschen an das monastische Leben und das Priestertum". Ebenfalls beinhaltet ist die Anweisung zur "Schärfung von Identität und Selbstbild" der Abtei.
"In den nächsten Monaten und Jahren werden sich die Mönche des Stifts Heiligenkreuz mit den Anweisungen des Dikasteriums intensiv beschäftigen und damit an einer Vertiefung des Glaubenslebens und der Zukunftsfähigkeit der Gemeinschaft arbeiten", betonte die Abtei in der Aussendung. Durch "rasches Wachstum" seien "große innere strukturelle Herausforderungen entstanden". Der Heilige Stuhl wolle dabei durch seine Anweisungen unterstützen.
Schröder und Rod als Visitatoren bestellt
Angeordnet worden war die Apostolische Visitation mit Dekret vom 5. Juni 2025. Als Visitatoren bestellt wurden Jeremias Schröder, Abtprimas der Benediktiner, und Ordensfrau Christine Rod von den Missionarinnen Christi. Zielsetzung war laut Dekret, "den Leitungsstil der Abtei in ihrer Gesamtheit sowie das persönliche Führungsverhalten des Abtes eingehend zu prüfen". Ein weiterer Schwerpunkt lag demnach "auf der Frage, wie mit Vorwürfen von Missbrauch und anderen schwerwiegenden Verfehlungen verfahren wird".
Am Mittwoch habe Abtpräses Pius Maurer im Rahmen eines Konventkapitels den an die Mönche von Heiligenkreuz adressierten Brief des Dikasteriums vorgetragen. Visitatorin Rod stellte sich ersten Anfragen, gemeinsam mit Schröder will sie "zu einem späteren Zeitpunkt noch eingehender über die Ergebnisse der Visitation mit dem Konvent sprechen". Dem Heiligenkreuzer Abt Maximilian Heim wurde "für seinen herausragenden persönlichen Einsatz" für die Abtei gedankt.
"Die Anweisungen des Dikasteriums stellen einen wichtigen Handlungsrahmen für die Zukunft des Stiftes dar", wurde Rod in der Aussendung zitiert. Abtpräses Maurer sieht in der Visitation einen "Impuls zu einer langfristig positiven Entwicklung": "Wenn es Vorwürfe gegen einzelne Mitglieder der Gemeinschaft gibt, wird in Heiligenkreuz entsprechend der kirchlichen wie staatlichen Vorgaben gehandelt."
Staatsanwaltschaft ermittelt rund um Brief weiter
Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt ermittelt indes im Zusammenhang mit dem Stift Heiligenkreuz weiter wegen versuchter Nötigung und Verleumdung rund um einen anonymen Brief mit schweren Vorwürfen, wie auch der ORF Niederösterreich berichtete. Gerichtet sind die Erhebungen gegen unbekannte Täter, sagte Behördensprecher Erich Habitzl zur APA. Im Vorjahr waren Ermittlungen gegen einen konkreten Beschuldigten eingestellt worden.