Landeshauptfrau Mikl-Leitner läutete die Sonderausstellung "Verspielte Symmetrie - Der Barockgarten als Gesamtkunstwerk" auf Schloss Hof im Bezirk Gänserndorf ein.
"Verspielte Symmetrie - Der Barockgarten als Gesamtkunstwerk" lautet der Titel der eben angelaufenen Sonderausstellung auf Schloss Hof, die bis 2. November Besuchern offensteht. Am Mittwoch wurde sie von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) mit den Worten "Kultur verbindet. Kultur wirkt. Kultur schafft Zukunft" offiziell eröffnet. Durch die Eröffnungsfeier führte dann Schauspieler Jürgen Maurer, begleitet wurde diese von Lesungen der Schauspielerin Maria Köstlinger und musikalisch umrahmt von der Philharmonie Marchfeld.
"Wer nach Schloss Hof kommt, spürt sofort: Das ist ein ganz besonderer Ort", sagte Mikl-Leitner eingangs. Das Ensemble aus Schloss, Gebäuden und Barockgarten sei "kein Zufall, sondern bewusste Inszenierung und Gestaltung – ein Gesamtkunstwerk von europäischem Rang." Sie verwies auch auf die historische Bedeutung der Anlage, die auf Prinz Eugen von Savoyen zurückgeht und unter Maria Theresia zu einem Ort der Begegnung, der Macht, der Offenheit und der Kultur weiterentwickelt wurde. "Schloss Hof steht damit exemplarisch für die kulturelle Strahlkraft Niederösterreichs weit über die Landesgrenzen hinaus."
Erinnerung und lebendige Gegenwart
Kultur sei in Niederösterreich "nicht nur Erinnerung, sondern lebendige Gegenwart", führte die Landeshauptfrau aus. Sie schaffe Identität, stärke den Zusammenhalt, mache das Land international sichtbar und sei vor allem ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. "Schloss Hof ist dabei ebenso ein kultureller Leitbetrieb wie andere bedeutende Standorte – von Grafenegg über den Semmering bis zur kürzlich eröffneten Landesausstellung in Mauer", unterstrich Mikl-Leitner.
Schloss Hof sei aber weit mehr als ein kultureller Hotspot. Es zeige gerade in Zeiten wie heute, in denen man spüre, dass Friede, Freiheit und Wohlstand keine Selbstverständlichkeit mehr seien: "Der Mensch kann nicht nur zerstören, er kann auch gestalten." Die Ausstellung sei daher weit mehr als ein kulturhistorischer Rückblick, betonte Mikl-Leitner: "Sie ist ein Fingerzeig für uns alle, dass es eine Antwort auf die Krisen, Konflikte und Kriege der Gegenwart gibt und die heißt: Mut zur Gestaltung, Denken in Generationen und Verantwortung für das gemeinsame Ganze."
Weitere Stimmen
Klaus Panholzer, Geschäftsführer der Schönbrunn Group, erklärte, die Ausstellung zeige, was man auf den ersten Blick nicht sehe: "Der Barockgarten ist ein Zusammenspiel aus Symmetrie, Botanik, Handwerk, Technik und Inszenierung – ein Stück Natur, das mit Herz, Erfahrung, Freude und Präzision gestaltet wird." Man dürfe ein Kulturerbe wie Schloss Hof nicht einfach überlassen, sondern müsse es mit Wissen, Erfahrung und Geduld gestalten und öffentlich zugänglich machen, betonte er.
Severin Gruber, Generalsekretär im Ministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, meinte, das ganze Leben verlaufe asymmetrisch, deshalb sehne man sich oftmals nach Symmetrie. "Dazu braucht es Menschen, die Symmetrie und Harmonie erschaffen, so wie die Gärtnerinnen und Gärtner, die Sehnsuchtsorte wie den Barockgarten gestalten."
Ausstellungskuratorin Katrin Harter erklärte zur Ausstellung, man habe darin Besonderheiten des Barockgartens herausgearbeitet und dazu sieben Räume sieben unterschiedlichen Bereichen gewidmet – etwa Wasser oder Architektur. "Die Ausstellung ist wie ein Spaziergang durch einen imaginären Garten und soll ,das Vorspiel´ für den Besuch des realen Barockgartens auf Schloss Hof sein", so Harter.