Babyleiche in Gänserndorf: Mutter (18) enthaftet

Schockfund in NÖ

Babyleiche in Gänserndorf: Mutter (18) enthaftet

Die 18-jährige mutmaßliche Mutter dachte, dass das Kind tot sei. Das gab sie gegenüber der Polizei an.

Nach dem Fund eines toten Säuglings in Weikendorf (Bezirk Gänserndorf) ist die 18-jährige Mutter wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Das Landesgericht Korneuburg gab dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf U-Haft nicht Folge. Der Richter habe keine Haftgründe gesehen, bestätigte Sprecher Friedrich Köhl am Sonntag.
 

Mordverdacht

Gegen die Frau wird laut Staatsanwalt Köhl wegen Mordverdachts ermittelt. Für Verbrechen, die mit einer mindestens zehnjährigen Freiheitsstrafe bedroht sind, ist zwar eine bedingt obligatorische Untersuchungshaft vorgesehen. Da es sich bei der 18-Jährigen um eine junge Erwachsene handelt, gelten jedoch andere Bestimmungen.
 
Den Angaben der Frau zufolge war das Baby am 7. November nachmittags zur Welt gekommen. Sie habe keine Lebenszeichen bei dem Säugling wahrgenommen. Sie hätte keine Gewalt gegen das Kind ausgeübt, aber auch keine lebenserhaltenden Maßnahmen gesetzt. Das tote Baby wurde vergangenen Donnerstag von einem Gemeindemitarbeiter in einem Gebüsch entdeckt. Dem Obduktionsergebnis zufolge wäre der männliche Säugling lebensfähig gewesen. In Folge wurde die Mutter ausgeforscht.
 
 
Die Babyleiche wurde am Donnerstag in Tallesbrunn in der Marktgemeinde Weikendorf (Bezirk Gänserndorf) gefunden.  Das tote Kind lag Polizeiangaben zufolge in einem Gebüsch. Ein Gemeindebeamter machte um die Mittagszeit am Donnerstag den schrecklichen Fund. Es soll laut Polizei verscharrt gewesen und von Tieren ausgegraben worden sein. Nach letzten Informationen soll die Polizei die mutmaßliche Mutter bereits gefunden haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.
 

Mutter: "Dachte, das Kind ist tot"

 
ÖSTERREICH-Informationen zufolge soll es sich um eine 18-Jährige aus der Region handeln, die die Schwangerschaft verheimlichen wollte. Angeblich sei Bekannten von ihr aufgefallen, dass sie immer dicker wurde, sie verneinte aber stets, schwanger zu sein. Gegenüber der Polizei gab sie später an, nichts von ihrer Schwangerschaft gewusst zu haben. Im November wurde sie einige Tage nicht gesehen, danach soll der Bauch weg gewesen sein, berichten Zeugen aus dem Ort gegenüber ÖSTERREICH.

Das Kind kam am 7. November im Haus der Eltern - ohne deren Wissen - zur Welt. Gegenüber der Polizei sagte die Mutter, dass sie dachte, das Baby sei tot. Gewalt habe sie keine auf das Kind ausgeübt, aber auch keine lebenserhaltenden Maßnahmen gesetzt. Am Abend desselben Tages legte sie nach eigenen Angaben das Kind schließlich am späteren Fundort ab. Laut Polizei soll es verscharrt gewesen und von Tieren ausgegraben worden sein, ehe man den Leichnam fand.

Obduktion: Bub war überlebensfähig

Zur Klärung der Ursache des Todes des Babys ist eine Obduktion angeordnet worden. Laut ersten Ergebnissen war der Säugling ein Bub und überlebensfähig.
 
Medienberichte, wonach das in Tallesbrunn in der Marktgemeinde Weikendorf (Bezirk Gänserndorf) aufgefundene Baby bereits seit längerer Zeit tot sei, seien "Spekulation", sagte der Sprecher. Man warte auf das Obduktionsergebnis.


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