Michael K. - Verdächtiger im Mordfall Kührer

Korneuburg

Fall Kührer: Mordprozess Anfang September

Michael K. (51) steht unter Mordverdacht. Urteil am 24. September.

In rund zwei Wochen, am 10. September, beginnt am Landesgericht Korneuburg der Prozess im Fall der 2006 verschwundenen Julia Kührer: Die Anklage gegen den Verdächtigen Michael K. lautet auf Mord. "Mein Mandant wird sich nicht schuldig bekennen, weil er auch unschuldig ist", sagte Verteidiger Farid Rifaat. Das Aufgebot im Beweisverfahren ist groß. Sechs Sachverständige und etwa 100 Zeugen sind geladen.

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Dem 51-jährigen Beschuldigten wird in der Anklage vorgeworfen, das 2006 im Weinviertel verschwundene Mädchen "auf eine gewaltsame Weise vorsätzlich getötet zu haben". Der Mann soll der damals 16-Jährigen in seiner Videothek in Pulkau (Bezirk Hollabrunn) einen wuchtigen Faustschlag ins Gesicht versetzt haben. Der Leichnam sei dann auf dem Grundstück des Verdächtigen im nahen Dietmannsdorf mithilfe eines Molotowcocktails verbrannt worden.

"Es hat nicht so statt gefunden, wie der Staatsanwalt glaubt", sagte Rifaat. Er werde daher im Verfahren eine Rekonstruktion der Tat mit Lokalaugenschein fordern. Diese habe es bisher nicht gegeben, so der Anwalt.

Der 51-jährige Wiener sitzt seit Dezember 2012 in Untersuchungshaft. Eine DNA-Spur auf einer Decke, in die Julia Kührers Leiche eingewickelt war, war dem Beschuldigten zugeordnet worden. Die Mordanklage wurde im April dieses Jahres fertiggestellt. Schon kurz nach dem Auffinden der Leiche war der Wiener vorübergehend festgenommen, mangels an Beweisen aber wieder freigelassen worden.

Die Schülerin galt fünf Jahre als vermisst

Sie hatte am 27. Juni 2006 gegen Mittag in ihrer Heimatgemeinde Pulkau einen Autobus verlassen und wurde dann am Hauptplatz mit drei Jugendlichen gesehen, die aus einem silbernen Auto gestiegen waren. Danach verlor sich jede Spur. Die sterblichen Überreste Julia Kührers wurden erst Ende Juni 2011 in einem Erdkeller auf dem Grundstück des Verdächtigen gefunden.

Die Verhandlung ist für sieben Tage anberaumt. Ein Urteil soll am 24. September fallen.

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