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20% ohne Perspektive

"Niemand kümmert sich um uns!"

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Ein Fünftel der NÖ Kids fühlt sich einsam. Ihnen fehlt die Geborgenheit.

Die aktuellen Ergebnisse einer Jugendstudie sollten aufrütteln. 20 Prozent der Jugendlichen fühlen sich einsam und verlassen. Ihnen fehlen Ansprechpartner und Geborgenheit. „Es ist keiner für uns da“ – die Aussage der Jugendlichen klingt wie ein Hilfeschrei. Befragt wurden für die Studie 2.200 Kids im Alter zwischen 13 bis 15 und 15 bis 19.

„Es ist niemand da für die Kids, die Erziehung im Elternhaus funktioniert nicht mehr wie früher“, kommentiert Landesrat Johannes Heuras die beängstigenden Aussagen: „Den Kindern fehlt Geborgenheit, die Kinder- und Jugendzimmer sind nur mehr vollgestopft mit elektronischen Ablenkungs-Maschinen. Zwischen Eltern und Kindern fehlt immer öfter die Kommunikation.“

Suchtmittel
Alkoholmissbrauch, Drogen und Gewaltexzesse unter den Jugendlichen sind laut Heuras dann nur mehr die logische Folge. Besonders die 13- bis 15-Jährigen greifen gern zur Flasche. Befragt nach den Gründen geben 42 Prozent der Kids an: „Weil Saufen einen besonderen Kick verschafft.“ Die etwas Älteren geben an: „Weil Alkohol so leicht zu beschaffen ist.“

Heuras: „Alkohol ist hip und die Kids glauben, saufen gehört zum Erwachsenwerden.“ In einem Punkt sind sich die Jugendlichen aber einig: Es wird zu wenig kontrolliert. Beim Griff zu illegalen Drogen sind die Kinder in Niederösterreich dann doch zurückhaltender: Fast die Hälfte weiß zwar wo und wie man sie beschafft, doch nur 13 Prozent geben an gelegentlich zu weichen Drogen wie „Gras“ zu greifen.

Fehlen die Argumente, sprechen oft die Fäuste
Auffällig ist der Hang zur Gewalt und dabei wird die Hemmschwelle immer niedriger. Statt Diskussion gibt’s schnell die Faust. Fast die Hälfte der Befragten geben an, Streitereien und Konflikte mit Gewaltanwendung zu regeln. Heuras: „Wir haben nicht mehr Gewaltattacken als früher, sie werden nur exzessiver und brutaler. Die Videospiele üben da sicher einen großen Einfluss aus. Die Jugendlichen können nicht zwischen virtueller und realer Welt unterscheiden.“

Überraschend ist die Einstellung zur Polizei
Während für ein Drittel der Kids ohne Polizei das Chaos ausbricht, sind ebenso viele überzeugt, dass sie nur ihre Macht ausgespielt.

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