Pflegesystem

Teschl-Hofmeister: angelernte Vietnamesen "keine Konkurrenz für heimische Pflegekräfte"

Die ersten Auszubildenden des Pflegeassistenz-Lehrgangs für Vietnamesen in Niederösterreich stehen kurz vor ihrem Abschluss. 

Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) zog am Donnerstag in einer Pressekonferenz ein positives Fazit über das "europaweit einzigartige Projekt": Die Schülerinnen und Schüler seien angesichts des Fachkräftemangels eine "Unterstützung für unser Pflegesystem", aber "keine Konkurrenz" für heimische Pflegekräfte. Das Projekt soll jedenfalls fortgesetzt werden.

Teschl-Hofmeister: angelernte Vietnamesen
© Büro Teschl

"Wir haben viele positive Erfahrungen gemacht", sagte Teschl-Hofmeister. Bei dem Projekt gehe es darum, einen hohen Standard bei der Ausbildung zu gewährleisten und die österreichische Kultur in den Unterricht einfließen zu lassen, sagte Markus Golla, Prokurist des "International Nursing Centers" des IMC Krems. Es sei "keine geschenkte Partie", betonte er - viele Prüfungen mussten wiederholt und teilweise Praktika verlängert werden. Das Projekt sei "relativ kostenintensiv", räumte Teschl-Hofmeister ein. "Wir nehmen keinem anderen Land Pflegekräfte weg", hielt die Landesrätin zu Kritik an dem Vorhaben fest. 

Ausbildung in Krems nach Deutschunterricht in Vietnam

Die künftigen Mitarbeitender aus Vietnam haben sich bei der NÖ Landesgesundheitsagentur (LGA) beworben und die Tests bestanden, sagte Rupert Schreiner von der LGA. Zunächst haben die Schülerinnen und Schüler in ihrer Heimat eineinhalb Jahre Deutsch gelernt, um dann in Österreich am "International Nursing Center" die Ausbildung zu absolvieren. In einigen Wochen werden 36 der insgesamt 41 jungen Menschen der ersten Klasse zur Abschlussprüfung antreten, sagte Golla. Die übrigen fünf werden nach einer verlängerten Praktikumszeit bzw. aufgrund einer Fußverletzung später folgen. Zwei Monate darauf stehe die Abschlussprüfung für die zweite Klasse mit 35 Personen bevor. Ende Februar sollen weitere 28 Personen aus Vietnam nach Österreich kommen. Nach abgelegter Prüfung erhalten die Auszubildenden einen Arbeitsplatz an einem LGA-Standort.

Gesundheits- und Pflegecluster in Krems vorgesehen

Der "Gesundheitsplan 2040+" sieht ein Gesundheits- und Pflegecluster in Krems vor. Auf dem ehemaligen Areal der Kirchliche Pädagogische Hochschule (KPH) Wien/Niederösterreich soll eine Ausbildungsstätte für Gesundheits- und Pflegeberufe mit dem österreichweit ersten Lehr-Pflegeheim entstehen. Damit soll eine Anlaufstelle für internationale Arbeitskräfte geschaffen werden.

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