Unfallopfer drohte, Helfer zu erschießen

Riesiges Polizeiaufgebot in Baden

Unfallopfer drohte, Helfer zu erschießen

Ein bewaffneter Unfallfahrer sorgte für einen spektakulären Großeinsatz der Polizei.

NÖ. Aufregung in der Kur­stadt Baden am Sonntag in der Früh: Ein Polizeihubschrauber kreiste über das Villenviertel, schwer bewaffnete Beamte bezogen Stellung. Drei Feuerwehrfahrzeuge und drei Rettungswagen düsten gegen 5.45 Uhr mit Blaulicht durch den beschaulichen Ort, ein Notarzt stand in Alarmbereitschaft. Dabei ging es ursprünglich nur um einen ganz banalen Verkehrsunfall. Doch der sollte es in sich haben.

Ein Lenker war um diese Uhrzeit mit seinem silbernen Mercedes in der Callianogasse unterwegs, verlor aufgrund seiner Alkoholisierung die Kontrolle über das Auto und krachte zunächst gegen einen Baum.

Anschließend rollte der Mercedes etwa 40 Meter verkehrt die Gasse hinunter, bis er gegen einen Gartenzaun pralle. Der Lenker wurde mit den Beinen eingeklemmt, konnte sich nicht mehr selbst befreien und alarmierte per Handy die Einsatzkräfte.

Geladene Waffe lag in der Mittelkonsole

Der Haken: Weil er des­orientiert war, konnte der Mercedes-Fahrer den Unfallort nicht durchgeben. Die ­Polizei musste das Handy orten, es war zuletzt am Ortsrand von Pfaffstätten eingeloggt, etwa vier Kilometer vom ­Unfallort entfernt. Entsprechend verzögerte sich die Ankunft der Rettungskräfte.

Was den Unfalllenker zur Weißglut trieb: „Wenn ihr nicht sofort da seid, wird jeder erschossen!“, drohte er per Anruf. Sicherheitshalber fragte die Polizei den Lenker ab, erfuhr so, dass er tatsächlich Besitzer einer Waffe war. Deshalb die schwere Ausrüstung der Polizei beim anschließenden Einsatz.

Der verletzte Lenker wurde geborgen und in ein Spital gebracht. In der Mittelkon­sole seines Autos lag eine geladene Pistole. Sie wurde sicher­gestellt. Anzeigen folgen.
 



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