Dumm gelaufen

Einbrecher blieb im Fenster stecken

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Die heitere Seite der Kriminalität: Ein junger Tankstellen-Einbrecher wurde erwischt, weil er auf der Flucht im Klo-Fenster stecken blieb.

Dieser Einbruch in der Nacht auf Donnerstag dürfte als „Der total misslungene Tankstellen-Coup des Dominik H.“ in die Kriminalgeschichte eingehen. Entdeckt wurde der dümmste Einbruch des Jahres vom Pächter der Esso-Tankstelle in der Steyrer Arbeiterstraße, Peter Seidlinger (siehe Interview rechts). Als der Tankstellen-Betreiber kurz vor 6 Uhr in der Früh in den Shop- und Bürobereich kam, merkte er gleich, dass etwas nicht stimmte: Am Boden neben der Kassa lag Kleingeld verstreut. Seidlinger hatte so eine Vorahnung und rannte auf die Toilette – vor drei Monaten war bei einem Einbruch schon einmal ein Langfinger durch des Klofenster eingestiegen. Und tatsächlich: Am Häusl war ein Einbrecher, und der steckte in einer echt beschissenen Lage…

Folgenschwerer Fehltritt auf Fluchtweg über Leiter
Wie die Polizei später rekonstruieren sollte, war Dominik H., 20, ein Oberösterreicher mit „unstetem Wohnsitz“ irgendwann in der Nacht, vermutlich aber nicht allzu lang bevor er entdeckt wurde, mit einer Leiter zum Klo-Fenster in

vier Metern auf der Rückseite der Tankstelle geklettert. Hinein war der etwas mopsige Täter noch problemlos gekommen, doch auf dem Rück- und Fluchtweg geschah der folgenschwere Fehltritt.

Sogar die Feuerwehr musste einschreiten
Der Klettermaxe verfehlte die oberste Sprosse der Leiter, rutschte ab und verfing sich mit der Wampe in der hochschnellenden Oberlichte. Dominik steckte fest – und bekam keine Luft mehr. Insofern war er im Vergleich zu anderen Tätern geradezu dankbar, ertappt worden zu sein. Pächter Peter Seidlinger jedenfalls fackelte nicht lange und zog den Burschen in die Toilette herein. Bei der endgültigen Bergung wurde dann sogar die Feuerwehr beigezogen. Als Dominik schließlich wieder Luft bekam, wurden ihm Handschellen angelegt – und die Beute – knapp 500 Euro – abgeknöpft.

Tankstellen-Pächter im Interview

ÖSTERREICH: Wie haben Sie gemerkt, dass eingebrochen wurde?
Peter Seidlinger: Neben der Kasse lagen ein paar Euro am Boden. Genau wie beim letzten Einbruch vor drei Monaten. Auch damals kam der Täter durchs Klofenster.

ÖSTERREICH: Sie sind also aufs WC…
Seidlinger: … und sah dort den Typ im Fenster. Die Beine hingen draußen, der Bauch steckte fest, der Kopf war ganz rot. Er schrie: „Hilfe, ich ersticke hier.“

ÖSTERREICH: Was haben Sie gemacht?
Seidlinger: Zuerst habe ich ihn gefragt, ob er hier eingestiegen ist, und er hat das auch sofort zugegeben. Dann hat er wieder vor Panik zu jammern angefangen und ich hab ihn ein Stück zu mir hereingezogen.

ÖSTERREICH: Sie haben den Einbrecher also nicht ganz befreit?
Seidlinger: Na ja, ich wusste doch nicht, wie der reagiert, wenn ich ihn komplett herausziehe. In dem Moment hörte ich, wie der erste Kunde des Tages in den Laden hereinkam. Den hab ich dann gebeten, die Polizei zu rufen, was der Mann auch getan hat.

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