Lokal trotz Lockdown geöffnet: Polizei-Einsatz bei Wut-Wirtin in Linz

"Mein Kind und ich verhungern"

Lokal trotz Lockdown geöffnet: Polizei-Einsatz bei Wut-Wirtin in Linz

Sie kann es sich nicht länger leisten ihr Lokal geschlossen zu halten. Deshalb trotzte Alexandra Pervulesko dem Lockdown und sperrte am Montag ihre Bar auf.

Am Montag kam es zur Eskalation in Linz. Die Wirtin Alexandra Pervulesko hatte es satt. Sie sperrte um 16 Uhr trotz Lockdown ihr Lokal auf. Der Grund: Geldsorgen. Sie könne nicht mehr überleben.

Vor und in dem Lokal fanden sich schnell einige Gäste, vor allem aber Journalisten, zusammen. Der Trubel war groß. "Man merkt am Ansturm der Stammgäste, dass sie endlich wieder raus wollen", so Pervulesko. Allerdings wurde im Lokal auf Maske und Abstand verzichtet.

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"Mein Kind und ich verhungern"

Die Menschenmassen lockten auch die Polizei ins Lokal. Denn die Gastronomie muss noch bis mindestens 24. Jänner geschlossen bleiben. Polizisten stürmten die illegal geöffnete Bar und versuchten klar zu machen, dass das gegen das Gesetz verstößt. Es verlief zwar alles friedlich, aber Pervulesko nahm den Einsatz in Kauf. "Das wusste ich, dass die Polizei kommt. Das ist ihr gutes Recht, das ist ihr Job", so die Gastronomin. Sie kann aber nicht mehr. Die Unterstützung reicht nicht aus. "Mein Kind und ich verhungern", sagt sie. "Ich bin keine Wut-Wirtin, sondern eine Wut-Mutter", fährt sie fort und erklärt, dass sie sauer ist, dass sie durch die Maßnahmen der Bundesregierung nicht für sich und ihren 13-jährigen Sohn sorgen kann.

Video zum Thema: Polizei-Einsatz bei Wut-Wirtin

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Polizei-Bilanz: 96 Anzeigen & Betretungsverbot

Die Daten der Lokalbesucher wurden gemäß der Verordnung aufgenommen. Die Bilanz: Eine Gastronomin, 37 Kontrollen und 96 Anzeigen. Ihnen drohen Strafen bis zu 1.450 Euro pro Person. Die Wirtin wird ebenfalls angezeigt, bei ihr beträgt der Strafrahmen bis zu 30.000 Euro. Eine Schließung des Lokals konnte durch die Polizei gar nicht erfolgen. Das obliegt den Gesundheitsbehörden. Pervulesko wollte noch bis 20 Uhr offenhalten. "Wenn man mich nicht verhaftet, werd ich auch morgen wieder aufsperren", sagt sie. Doch die Behörden haben bereits angekündigt ein Auge auf das Lokal zu haben. Der Erhebungsdienst des Magistrats ist gewarnt. Unterdessen hat der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) ein Betretungsverbot über das Lokal verhängt.

Video zum Thema: Gast im Interview

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Bei Corona-Demo verhaftet

Pervulesko machte ihre Geschichte vergangene Woche bei einer Corona-Demo am Linzer Hauptplatz öffentlich. Im Zuge dessen wurde sie auch verhaftet.



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