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Drohung in Wels

Ö3-Konzert evakuiert: "Bombe geht in 30 Minuten hoch"

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Auch ein Festzelt mit einer Hochzeitsgesellschaft musste geräumt werden.

In Wels ist in der Nacht auf Sonntag ein Konzert am Messegelände wegen einer Bombendrohung abgebrochen worden. 5.800 Personen wurden evakuiert, wie die Polizei berichtete. Auch eine angrenzende Halle, in der sich rund 500 Leute einer Hochzeitsgesellschaft aufhielten, wurde geräumt. Sprengstoff wurde nicht gefunden. Die Ermittlungen nach dem unbekannten Anrufer laufen auf Hochtouren.

Um 23.00 Uhr ging bei der Polizei der anonyme Anruf ein. Zu hören war eine männliche Stimme, die ankündigte, dass bei dem Konzert am Messegelände eine Bombe hochgehen werde. "Er hat konkret gesagt: In 30 Minuten geht in der Messe beim Konzert eine Bombe hoch", schilderte der Stadtpolizeikommandant von Wels, Klaus Hübner, am Sonntagvormittag im APA-Gespräch. Fünf Minuten nach dem ersten Telefonat ging ein weiterer Anruf bei der Polizei ein, in dem die Bombendrohung mit ähnlichem Wortlaut wiederholt wurde, vermutlich vom selben Mann.

Keine Verletzten

Daraufhin wurde das "Konzertspektakel" in der Halle 20, bei dem auch der deutsche Sänger Mark Forster auftrat und das von Red Bull und Ö3 veranstaltet wurde, aus Sicherheitsgründen abgebrochen. Verletzt wurde niemand. Rund 80 Ordner brachten die Besucher ins Freie auf einen gesicherten Parkplatz vor der Messehalle 21. Die Ordner bemühten sich um Beruhigung der Situation. "Es hat keine Panik und kein Chaos gegeben", sagte der Einsatzleiter des Roten Kreuzes, Reinhard Hadler, zur APA. Es sei alles sehr gesittet abgelaufen. Das Zusammenspiel von Polizei, Security, Rotem Kreuz und dem Veranstalter habe perfekt funktioniert, betonte Hadler.

Um eine Massenpanik zu vermeiden, wurde den Konzertbesuchern zunächst mitgeteilt, dass es technische Probleme mit dem Lüftungssystem gebe. Diese Vorgehensweise wurde vom polizeilichen Einsatzstab mit dem Veranstalter vereinbart, wie der Stadtpolizeichef erklärte. Das Roten Kreuz, das mit rund 20 Helfern auf dem Messegelände war, versorgte das altersmäßig durchmischte Konzertpublikum mit rund 600 Wärmedecken. Die Außentemperatur war relativ frisch, einige Gäste hatten ihre Jacken in der Garderobe des Gebäudes abgelegt und konnte diese erst nach Freigabe der Halle abholen.

Kein explosives Material gefunden

Nach der Evakuierung informierte der Einsatzleiter der Polizei in einer Lautsprecherdurchsage die Besucher und Hochzeitsgäste, dass es sich um eine Bombendrohung gehandelt habe. Rund 40 Polizisten standen im Einsatz. Die Ermittlungen führten zunächst das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung und das Landeskriminalamt OÖ. Beamte durchsuchten das Gelände mit Experten und einem Sprengstoffspürhund. Allerdings wurde kein explosives Material gefunden.

Gegen 2.00 Uhr wurde das Gelände wieder freigegeben. Aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit wurde das Konzert in dieser Nacht nicht mehr fortgesetzt. Auf dem Programm standen noch Auftritte von Alle Farben und Mike Perry. Die Polizei lobte die Konzertbesucher via Twitter: Sie hätten sich sehr diszipliniert verhalten und so dazu beigetragen, dass die Evakuierung problemlos erfolgen konnte.

Frühschoppen nicht abgesagt

Der für Sonntagvormittag anberaumte Frühschoppen mit einem Auftritt der Schönbrunner Gloriettenstürmer im Gösserbräu in der Welser Innenstadt wurde nicht abgesagt. Im Vorfeld durchsuchte die Polizei den Gastgarten. "Es wurde nichts Verdächtiges gefunden", sagte der Stadtpolizeichef. "Während der Veranstaltung ist die Polizei vor Ort."

Das Landeskriminalamt ermittelt jetzt auf Hochtouren, um den Täter auszuforschen. Den Ermittlungsstand gab die Polizei aus kriminaltaktischen Gründen vorerst nicht bekannt.

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