Terror in Wien: Drei Tage Staatstrauer - ganzes Land weint um Opfer

Drei Tage Staatstrauer

Österreich weint um die Terror-Opfer

Schweigeminute, Kranznieder­legung – einmal trat Polit­streit in den Hintergrund.

Der Terror hat Österreichs Politik für einen Tag geeint. Trauernd, aber gleichzeitig entschlossen, gegen den Islamismus anzukämpfen, präsentierte sich die Staatsspitze.

■ Staatstrauer. Gleich am Dienstagmorgen beschloss der Ministerrat in einer ­Videokonferenz eine dreitägige Staatstrauer.

■ Fahnen auf Halbmast. Die Fahnen der Regierungsgebäude wurden auf halbmast gesetzt.

■ Reden. Danach traten sowohl Kanzler Sebastian Kurz als auch Bundesprä­sident Alexander Van der Bellen vor die Kameras: Beide zeigten ihre Trauer, aber auch die Entschlossenheit, dem Terror zu trotzen: „Hass kann niemals so stark sein wie unsere Gemeinschaft“, so VdB. „Wir werden uns von Terroristen nicht einschüchtern lassen“, versicherte Kurz (siehe Kästen links und rechts).

■ Schweigeminute. Auch die Bevölkerung gedachte der Opfer – um 12 Uhr gab es eine Schweigeminute. In den Schulen wird heute, Mittwoch, getrauert.

■ Kranzniederlegung. Dann begaben sich Präsident, Kanzler, Bürgermeister Michael Ludwig sowie die Klubobleute der Parteien – streng bewacht – an die Schauplätze des Verbrechens in der Innenstadt nahe der Judengasse, um Kränze für die Opfer niederzulegen und ein ­Zeichen der Einigkeit zu setzen. Auch die FPÖ hielt sich zurück – Klubchef Herbert Kickl hinterfragte allerdings die Rolle des Verfassungsschutzes.

Kurz: "Lassen uns nicht einschüchtern"

➜ Nicht einschüchtern. „Wir werden uns nicht einschüchtern lassen.“

➜ Nicht spalten. „Das Ziel der Terroristen ist die Spaltung der Gesellschaft. Das werden wir nicht zulassen, wir werden diesem Hass keinen Raum geben. Unser Feind, das sind ­niemals alle Angehörigen einer ganzen Religion. Unser Feind, das sind niemals alle Menschen, die aus einem bestimmten Land stammen. Nein, unser Feind, das sind die Extremisten und Terroristen.“

➜ Ein Kampf. „Es muss uns stets bewusst sein, dass dies keine Auseinandersetzung zwischen Christen und Muslimen oder zwischen Österreichern und Migranten ist. Nein, dies ist ein Kampf zwischen vielen, die an den Frieden glauben, und jenen wenigen, die sich den Krieg wünschen.“

➜ Sicher. „Auch wenn wir das Glück haben, in ­einem grundsätzlich sicheren Land zu leben, leben wir leider nicht in einer sicheren Welt.“

 

(gü)

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