Österreichs Juweliere in Angst

Zahlreiche Überfälle

Österreichs Juweliere in Angst

Die Polizei weiß gegen die ­europaweit agierenden Einbruchsbanden kein Mittel.

Taborstraße 39 in Wien-Leopoldstadt, Montagvormittag: Einen Tag nach dem spektakulären „Rammbock“-Überfall auf ihr Juweliergeschäft steht Inhaberin Silvia Brandstetter wieder im Geschäft – jedoch mit viel Wut im Bauch: „20 Mal waren Räuber jetzt schon bei mir. Es kann nicht ewig so weitergehen, die Polizei muss endlich mehr tun“, fordert die 51-Jährige.“

Fluchtauto gefunden
Sonntag um 5.43 Uhr rasten zwei Täter mit einem silbernen Mercedes in die Auslage aus Panzerglas, sie erbeuteten anschließend Uhren und Schmuck um 60.000 Euro – ÖSTERREICH berichtete. Ein gegenüber dem Laden geparktes Auto diente als Fluchtfahrzeug – diesen Mercedes 300d konnte die Polizei am Sonntag um 23.55 Uhr in Wien-Hernals sicherstellen. Aber vom Duo fehlt jede Spur. „Einer der Täter verlor beim Einbruch Blut, ein Abgleich mit der DNA-Datenbank könnte uns auf seine Spur bringen“, hofft die Polizei.

15 Überfälle
Es war der 15. Coupl auf Juweliere in Wien seit Jahresbeginn. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2011 gab es in Wien „nur“ 12, in ganz Österreich 19 Juwelier-Einbrüche. Alleine beim Überfall auf den Juwelier Kornmesser im Jänner betrug die Beute mehr als drei Millionen Euro.

Täter sind Profis
Die Polizei hat es mit Profibanden zu tun, die blitzschnell agieren, und findet kein Mittel dagegen. Die Juweliergeschäfte gleichen Hochsicherheitstrakten – Alarmanlagen, Panzerglas und Überwachungskameras sind Standard. Die Angst vor dem nächsten Coup bleibt trotzdem. „Die Polizei muss besser mit Kollegen aus dem Ausland kooperieren, es braucht mehr Polizei“, sagt Opfer Brandstetter. Ähnlich denkt Juwelier Robert Mayerhofer aus Hollabrunn, der 19 (!) Mal überfallen wurde: „Die Angst ist immer da. Am schlimmsten ist, dass die Banden jetzt schon untertags kommen."

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