Neue Details

Pflegerin unter Mordverdacht: Zweiter Todesfall wird aktuell geprüft

Gegen die Pflegerin, die mittlerweile nicht mehr im Spital arbeitet, wird wegen Mordes ermittelt. Es gilt die Unschuldsvermutung. 

Eine Pflegerin soll im September in der Klinik Favoriten einer Krebspatientin eine Überdosis an Medikamenten verabreicht haben, um die Frau zu töten. Gegen die Krankenpflegerin, die sich auf freiem Fuß befindet, wird aktuell wegen Mordverdachts ermittelt (oe24 berichtete). Eine Kollegin soll alles in der gemeinsamen Schicht in der Onkologie beobachtet haben.

Beim Schichtwechsel soll die Frau laut einem Bericht der Wochenzeitung Falter gesagt haben: "Der Patientin kann man mehr geben, dann geht’s schneller vorbei." Die beiden Frauen wurden bereits gekündigt. Bisher dementierte die Beschuldigte den Vorwurf. 

Bei der Betroffenen handelte es sich um eine palliativ betreute Patientin im Endstadium einer Krebserkrankung. Am Tag vor ihrem Ableben kam es zu Unklarheiten betreffend der abgegebenen Mengen an Medikamenten, so der Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV) in einer ersten Stellungnahme. Demnach wurden der bereits im Sterben liegenden Patientin laut einer Sprecherin "Medikamente verabreicht, die in dieser Dosierung nicht verordnet waren." 

Unterlagen zu weiterem Patienten angefordert

Aufgrund des großen öffentlichen Interesses wurde heute Dienstag um 14.30 Uhr eine Pressekonferenz des WIGEV im Wiener AKH anberaumt.  Der medizinische Direktor Martin Binder (WIGEV) und die Pflegedirektorin der Klinik Favoriten Silvia Riepl informierten zu den aktuellen Ereignissen. 

Besonders brisant: Laut Binder habe die Staatsanwaltschaft vor zehn Tagen auch zu einem weiteren Patienten Unterlagen angefordert. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass auch die gleiche Pflegerin ihre Kollegin, für welche beide die Unschuldsvermutung gilt, dort in dem Zeitraum auch tätig gewesen war.

Bei dem zweiten Betroffenen, der im Januar 2025 verstorben war, soll es sich ebenfalls um einen Palliativ-Patienten gehandelt haben. Der Mann ist im Rahmen seiner schweren Krebserkrankung verstorben. Auch in diesem Fall wurden Unregelmäßigkeiten bei der Dokumentation festgestellt. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft wird ermittelt, ob ein Zusammenhang besteht ist derzeit noch unklar.

Laut Riepl sollen sich auf der betroffenen Onkologie-Station insgesamt 28 Betten befinden, für welche sechs Krankenpfleger jeweils im 2er-Team zuständig sind. Die Patienten, die auf der Station in der Endphase ihres Lebens liegen würden, würden zwei Mal pro Tag von der Visite besucht werden.

Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten