Plus 3,4 Prozent: Einbrüche explodieren

Neue Kriminalstatistik

Plus 3,4 Prozent: Einbrüche explodieren

Die Anzeigen gingen zurück, aber die Wohnungseinbrüche stiegen.

Einbrüche in Häuser und Wohnungen sind weiter die Achillesferse der österreichischen Polizei: Die jahrelange Negativentwicklung ging auch 2014 weiter, gegenüber 2013 wurde ein Anstieg um 3,4 Prozent auf 17.109 Fälle registriert – das ist der höchste Wert seit dem Jahr 2009 (21.165).

Ernst Geiger vom Bundeskriminalamt: „Die organisierten Tätergruppen sind mobiler geworden, es gab auffallend mehr Fälle im Westen. Neben Banden aus Serbien und Rumänien schlugen auch Täter aus Chile zu.“ Aber: „Durch Definition von Hotspot-Gebieten und neuen Maßnahmen konnten wir die Entwicklung zumindest zeitweise senken", meint Geiger. Das größte Problem bleiben die Dämmerungseinbrüche zwischen 17 und 21 Uhr – 58 Prozent der Einbrüche zwischen November und Jänner passieren in dieser Zeit.

Pro Tag passierten 1.446 Straftaten in Österreich

Insgesamt ging österreichweit die Zahl der Anzeigen für alle Delikte um 3,4 Prozent auf 527.692 Fälle zurück (siehe Grafik) und erreichte den Rekord-Tiefstand der letzten zehn Jahre. Pro Tag passieren aber noch immer 1.446 Straftaten, also jede Minute eine Straftat.

527.692 Anzeigen im ganzen Jahr: Wien bleibt Verbrecher-Hotspot


Grafik: TZ ÖSTERREICH

Bundeskriminalamt-Direktor Franz Lang: "In allen Bundesländern ist ein Rückgang zu verzeichnen, vor allem auch auch in den Grenzbezirken.“ In den „Big Five“-Deliktgruppen, also jenen Bereichen, die die Bevölkerung am meisten betreffen, gab es - außer bei Einbrüchen - deutliche Rückgänge:

Kfz-Diebstahl: Mit 3.347 Fällen gab es 2014 einen historischen Tiefstand. 2010 waren es noch 10.446 als gestohlen gemeldete Kraftfahrzeuge.

Tötung: Auch die Gewaltkriminalität ging zurück und sank um 5,1 Prozent gegenüber 2013 auf 40.184 Anzeigen. Bei vorsätzlicher Tötung (107 Fälle, darunter 38 Morde) gab es einen Rückgang um 31,8 Prozent. Interessantes Detail: "61,4 Prozent der Gewaltdelikte passieren in Beziehungen“, sagt Lang.

Auch bei Cyber- und Wirtschaftskriminalität war ein Rückgang im zweistelligen Bereich zu verzeichnen.

(prj)

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