Absturz Bodensee Leichen

Bodensee-Unglück

Polizei rätselt über Identität des 2. Toten

Der Mann reiste offenbar ohne Dokumente in dem Klein-Flugzeug.

Die Identität des Passagiers, der am Freitag bei dem Absturz eines Kleinflugzeugs im Bodensee vor Bregenz ums Leben kam, war am Montag weiter unklar. Die Leiche des 20 bis 30 Jahre alten Mannes wurde wenige Meter außerhalb des Flugzeugwracks in rund 50 Metern Tiefe gefunden. Aufschluss erhofft man sich von einem Wertkartenhandy, das bei den Trümmern gefunden wurde. Auch die Ermittlung der Unfallursache stellt die Behörden vor Herausforderungen: Es gab an Bord der Maschine keine Aufzeichnungsgeräte, daher müsse man sich auf die Interpretation der Wrackteile verlassen, so die Einsatzkräfte von Polizei, Wasserrettung und Feuerwehr bei einer Pressekonferenz. Die Ermittlungen könnten Wochen oder Monate dauern.

Diashow: Diashow Kleinflugzeug am Bodensee abgestürzt



 Laut Ermittlungsleiter Stefan Schlosser vom Landeskriminalamt für Vorarlberg sind die Erhebungen zur Identität des Passagiers bisher ergebnislos geblieben. Man habe am Flugplatz Hohenems, wo aus das Flugzeug startete, kein Fahrzeug gefunden. Dass der Mann von niemandem vermisst werde, sei "auch für uns überraschend", so Schlosser. Der Tote habe keine Dokumente bei sich getragen, die Aufschluss geben könnten. Man habe lediglich ein nicht registriertes Wertkartenhandy gefunden, von der Auswertung erhoffe man sich neue Erkenntnisse. Zur Unfallursache könne man derzeit keine seriösen Angaben machen, man könne keine mögliche Ursache ausschließen. Auch Funkverkehr habe es nach der Abmeldung des Piloten nach dem Start keinen mehr gegeben.

 Anfangs hätten die internationalen Suchmannschaften nur Flugzeugteile geborgen, das eigentliche Wrack habe man mit dem vorhandenen Roboter- und Sonar-Equipment der deutschen Wasserschutzpolizei trotz intensiver Bemühungen zunächst nicht finden können, so der polizeiliche Leiter der Suche, Helmut Moosbrugger. Immer wieder klärten Taucher der Wasserrettung unter großen Belastungen in Dunkelheit, Kälte und großer Tiefe verdächtige Punkte am Seegrund ab, was rasch zum "Risikoeinsatz" werden könne, berichtete Wasserrettungs-Einsatzleiter Manuel Winkel.

   Erst mit Unterstützung des Tiroler Such- und Bergungsspezialisten Wolfgang Falch von der Firma "Sandy Air Corporation" wurde am Sonntagabend gegen 20.00 Uhr das Wrack am Seegrund geortet. Der Anordnung der Trümmer auf dem Seegrund nach dürfte der Aufschlag der Maschine auf dem Wasser nahezu vertikal erfolgt sein, so seine Vermutung. Die Stelle war rund 700 Meter von der vermuteten Absturzstelle entfernt, rund 500 Meter weg vom Ufer. Die Leiche des unbekannten Passagiers befand sich außerhalb des zerstörten Flugzeugs im Nahbereich der Trümmer. Sein Sitz war bei dem Aufprall herausgerissen worden. Der Pilot war noch angeschnallt in seinem Sitz gesessen. Die Staatsanwaltschaft habe eine gerichtsmedizinische Obduktion angeordnet, sagte Ermittlungsleiter Schlosser.

   Mit Hilfe von Tauchern, die das Wrack zur Bergung vorbereiteten, wurden die Trümmer des Flugzeugs mit einem Feuerwehrkran aus den Tiefen geborgen. Das Wrack wird nun wie die Flugzeugteile, die die Mannschaft des Feuerwehrboots derzeit noch immer einsammelt, zu einer Sammelstelle gebracht. Dort werden die Trümmer von einem Flugunfallexperten des Verkehrsministeriums untersucht. Der zuständige Vorarlberger Landesrat Erich Schwärzler überbrachte den Angehörigen sein Beileid und bedankte sich bei den Beteiligten für den "hervorragenden grenzüberschreitenden Einsatz".
 

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13:40 Uhr: Das war's: Die Pressekonferenz ist beendet.

13:38 Uhr: Da das Flugzeug keine Black Box besitzt, muss nun der Unfallhergang in mühevoller Einzelarbeit anhand der Wrackteile bestimmt werden. Gewisse Flugdaten liegen bei der Austro Control.

13:37 Uhr: Bislang hat sich auch niemand gemeldet, der den Passagier vermisst. Auch wurde kein Auto in Hohenems abgestellt. Die Ermittler setzen nun alle Hoffnung auf die Auswertung des Wertkartenhandys, um die Identität des Toten bestimmen zu können.

13:29 Uhr: Die Ermittlungen ergaben, dass sich der Pilot nach dem Start abgemeldet hat. Etwa 10 Minuten später stürzte der Flieger in den See. Das ganze Flugzeug konnte bislang noch nicht komplett aus dem Bodensee geborgen werden. Im Flugzeug befand sich die Leiche des Piloten. Der unbekannte Passagier wurde neben ihm entdeckt. Er soll zwischen 20 und 30 Jahre alt sein.

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13:28 Uhr: Chefinspektor Moosbrugger gibt nun noch weitere Details des Einsatzes bekannt: Am Freitag waren 94 Kräfte im Einsatz, am Samstag sowie am Sonntag 40.

13:23 Uhr: Auch die Absturz-Ursache bleibt völlig unklar. Eine Flugunfallkommission wertet nun die Daten aus.

13:24 Uhr: Der Tote konnte bislang immer noch nicht identifiziert werden. Es wurden keine Dokumente gefunden. Die Ermittler setzen nun die Hoffnung auf ein nicht registriertes Wertkartenhandy. Man erhofft sich, anhand der Auswertung die Identität bestimmen zu können.

13:18 Uhr: Der Einsatzgebiet sei sehr schwierig gewesen. Da es sich im Mündungsgebiet befindet, gestaltete sich die Suche noch schwieriger. Schließlich wurde das zweite Opfer gefunden und konnte um drei Uhr nachts (Anm.: Nach von Sonntag auf  Montag) geborgen werden.

13:16 Uhr: Herbert Österle von der Wasserrettung dankt den Einsatzkräften: "Wir waren mit 80 Mann ca 1.000 Stunden im Einsatz. Ich möchte meinen Männern Danke sagen."

13:23 Uhr: Details zu den Tauchgängen: "Am Samstag wurden vier und am Sonntag neun Tauchgänge unternommen. Dabei mussten Wassertiefen von bis zu 50 Metern bewältigt werden, berichtet jetzt Manuel Winkel von der Wasserrettung.

13:08 Uhr: Für die Bergung musste spezielles Equipment der Feuewehr herangezogen werden, so Moosbruger. Das Wrack wurde schließlich am Sonntagabend um 20 Uhr geortet. "Wir waren sehr froh, weil die Ressourcen ausgeschöpft waren", sagt Moosbrugger weiter.

13:07 Uhr: Bei der Suche nach Überlebenden des Flugzeugabsturzes wurde zunächst nur Wrackteile gefunden. Nichts ließ auf die Identität der Insassen schließen, erläutert Chefinspektor Moosbrugger.

13:05 Uhr: Schlosser: "Um 16:17 Uhr haben Augenzeugen den Unfall gemeldet. Zwei Minuten später wurde internationaler Seenotalarm ausgelöst. Das Landeskriminalamt ist bei den Ermittlungen zuständig"

13:03 Uhr: Der Polizeisprecher Rainer Fitz eröffnet die Pressekonferenz. Er übergibt dem Einsatzleiter Stefan Schlosser das Wort.

 

Hintergrund:
Der Flugzeugrumpf war am Sonntagabend in 50 Meter Tiefe entdeckt worden. Am dritten Tag der aufwendigen Suche wurde gegen 21.00 Uhr mit einem Songargerät das Wrack geortet. Bilder einer Unterwasserkamera bestätigten den Fund. Laut Sicherheitsdirektion ging man zu diesem Zeitpunkt davon aus, dass sich nur noch eine Person in dem abgestürzten Flugzeug befindet.

Schwierige Suche

Die Suche nach dem Wrack hatte sich schwieriger gestaltet als angenommen. Vermeintliche Spuren vom abgestürzten Flugzeug hatten sich in den vergangenen Tagen als Baumstämme und anderes Schwemmgut herausgestellt, das sich unter Wasser befindet, da die Absturzstelle im Bereich der Mündung der Bregenzerach liegt. Nur kleinere Teile des Ultraleichtflugzeugs vom Typ Tecnam P 62, die auf der Wasseroberfläche trieben, konnten zunächst geborgen werden.

Die Identität des Mannes, der den Piloten auf seinem Unglücksflug als Passagier begleitete, lag am Sonntag nach wie vor im Dunkeln. Die Vorarlberger Polizei gab eine internationale Vermisstenfahndung aus und überprüfte am Flugplatz Hohenems geparkte Fahrzeuge auf ihre Halter hin. Da der Flug als Inlandsflug gestartet war, wurde üblicherweise nicht registriert, wer außer dem Piloten in dem Flugzeug saß.

Ermittlungen
Bereits am Samstag hatte ein Flugunfallexperte des Verkehrsministeriums die Untersuchungen an Ort und Stelle aufgenommen. "Man ist hier zunächst damit beschäftigt, sämtliche Informationen und Fakten zu sammeln, somit stehen die Ermittlungen noch am Anfang", erklärten die zuständigen Ermittler. Die Untersuchungen würden jedenfalls in alle Richtungen durchgeführt und könnten durchaus längere Zeit in Anspruch nehmen, hatte es geheißen.

Augenzeugen hatten unterschiedliche, sich zum Teil widersprechende Wahrnehmungen zu dem Crash geschildert: Während die einen das Auseinanderbrechen der Maschine bereits in der Luft beobachtet hätten, erklärten andere, dass das Flugzeug erst beim Aufprall auf das Wasser zerborsten sei.



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