Russen-Affäre: Bundesheer-Spion wieder in Haft!

"Tatbegehungsgefahr"

Russen-Affäre: Bundesheer-Spion wieder in Haft!

Jener 70-jährige Salzburger, der Militärinformationen an Russland geliefert haben soll, sitzt wieder in Haft. 

Jener Mann, der die Russen 28 Jahre lang mit Geheim-Informationen aus dem Heer versorgte, ist ein 70-jähriger Salzburger, der direkt im Verteidigungsministerium arbeitete. Zu Ende seiner Karriere war er in der Verwaltung tätig. Seit den 90er-Jahren war der verheiratete Mann in Kontakt mit dem russischen Verbindungsmann "Jurij". Er belieferte ihn auch noch nach seiner Pensionierung vor fünf Jahren. 2006 wollte er aussteigen, doch er machte weiter. Ob er erpresst wurde, ist unklar. 

 

Wieder in Haft: "Tatbegehungsgefahr"

Vor zwei Wochen hatte die Staatsanwaltschaft Salzburg einen Antrag auf Untersuchungshaft gestellt. Das Landesgericht hat den Antrag abgelehnt. Die Staatsanwaltschaft hat dagegen berufen und nun hat das Oberlandesgericht in Linz den Antrag stattgegeben. 
 
Richter Wolfgang Seyer bestätigte gegenüber ÖSTERREICH, dass der "Senat der Haftbeschwerde gefolgt sei, unter anderem auch wegen Tatbegehungsgefahr". "Es liegt ein Haftgrund vor", sagt Richter Seyer weiter. Die restliche Gerichts-Akte ist unter Verschluss. 
 
Der Mann befindet sich in Untersuchungshaft. Wegen seiner Spionage-Tätigkeit drohen dem Oberst bis zu 10 Jahre Haft.  
 
 
Der Verdächtige war erstmals in der Nacht auf 10. November festgenommen worden. Ermittelt wird gegen den Mann wegen Vergehens des geheimen Nachrichtendienstes zum Nachteil Österreichs (§ 256 StGB), des Verbrechens des Verrats von Staatsgeheimnissen (§ 252 Abs 1 StGB) sowie der vorsätzlichen Preisgabe eines militärischen Geheimnisses (§ 26 Abs 2 Militärstrafgesetz).
 

Russischer Militärgeheimdienst GRU

Der russische Militärgeheimdienst GRU war in jüngster Zeit auch immer wieder in westlichen Medien aufgetaucht - vor allem im Zusammenhang mit den jüngsten mutmaßlichen Enttarnungen im Fall des Ex-Agenten Sergej Skripal. Nun könnte er auch in den Fall um den Spionageverdacht gegen einen pensionierten Bundesheer-Offizier verwickelt sein - auch wenn Moskau dies dementiert.
 
Die Einrichtung hat kürzlich ihr hundertjähriges Bestehen gefeiert. Präsident Wladimir Putin würdigte zu diesem Anlass die "Professionalität" und den "Mut" der Agenten des Militärgeheimdienstes. Bei einer Feier im Armeetheater in Moskau sagte Putin: "Ich kenne Ihre - ohne zu übertreiben - einzigartigen Fähigkeiten, auch bei Spezialeinsätzen. Er sei überzeugt, dass jeder der GRU-Agenten "alles für Russland und unser Volk tut", sagte der ehemalige KGB-Spion.
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