Nach fast vier Stunden stellte sich heraus, dass niemand verschüttet worden war.
Zell am See. Nach einem Lawinenabgang im freien Gelände auf der Schmittenhöhe in Zell am See (Pinzgau) hat ein Großaufgebot an Einsatzkräften am Montagabend stundenlang nach möglichen Verschütteten gesucht. Nach fast vier Stunden stellte sich heraus, dass niemand verschüttet worden war. Ein Variantenfahrer dürfte das Schneebrett losgetreten, aber der Bergrettung nicht gemeldet haben, dass niemand mitgerissen wurde, informierte die Bergrettung in einer Aussendung.
Die Pistenrettung entdeckte um 17.20 Uhr die Lawine und alarmierte die Einsatzkräfte. Das 60 Meter breite und 100 Meter lange Schneebrett war in der Nähe der Talstation der Bereiteckbahn abgegangen. 45 Bergretterinnen und -retter suchten mit Lawinenverschüttetensuchgeräten (LVS), dem Ortungssystem Recco und vier Hunden den Lawinenkegel ab und sondierten. Mitgeholfen haben auch rund 25 Feuerwehrleute. Kurz nach 21.00 Uhr stellte sich heraus, dass niemand unter den Schneemassen lag.
"Das Schneebrett wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Variantenfahrer ausgelöst", sagte Bernd Tritscher, Bezirksleiter der Bergrettung Pinzgau. "Der Variantenfahrer dürfte nachher wieder aufgestiegen sein, hat den Lawinenabgang aber nicht gemeldet." Das ist die Vermutung aufgrund der Spurenlage. Tritscher appellierte erneut an alle Wintersportler, jeden Lawinenabgang beim Bergrettungs-Notruf 140 oder der Bergbahn zu melden, auch wenn nichts passiert ist, damit kein unnötiger Sucheinsatz ausgelöst wird.
Große Lawinengefahr oberhalb der Baumgrenze
Aktuell ist die Lawinengefahr im Bundesland ab der Waldgrenze groß (Stufe 4) und darunter erheblich. Einzelne spontane Lawinen sind weiterhin möglich und an vielen Stellen können mittlere, mitunter auch große Schneebrettlawinen leicht von einzelnen Personen ausgelöst werden (auch aus der Entfernung), heißt es im Warnbericht des Landes für Dienstag.