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AK warnt vor Kostenfallen

Oma telefonierte mit Enkerl: Telefonrechnung explodiert

Aufgrund der Corona-Situation musste sie ständig telefonieren. Doch sie ahnte dabei nicht, dass ihre Freiminuten aufgebraucht waren. Jetzt schritt die AK ein. 

Besonders für unsere älteren Mitmenschen ist die derzeitige Situation nicht leicht. Aufgrund von "Social Distancing" und den Ausgangsbeschränkungen sind sie von ihren Familien getrennt. Die Ressourcen für Video-Telefonie sind häufig auch nicht vorhanden. Und so greift man eben zum Telefon. Eine besonders böse Überraschung gab es dabei aber für eine Großmutter aus Salzburg. 

Nachdem sie immer mit ihren Kindern und ihren Enkerl telefoniert hatte, bekam sie plötzlich eine Telefonrechnung von 300 Euro vorgesetzt. Da bei den so genannten Freiminuten (anders als beim Internet-Datenvolumen) der Netzbetreiber nicht verpflichtet ist, den Kunden bei Überschreiten der vertraglich vereinbarten Menge zu warnen, verlieren Viele die Gesprächsdauer aus den Augen. Je nach Netzbetreiber und Tarif schlägt sich jede zusätzliche Gesprächsminute mit bis zu 35 Cent zu Buche. Beispiel: Die ersten 1.000 Minuten sind für 10 Euro im Tarif enthalten (außerdem noch 500 SMS und 3 GB). Weitere 1.000 Minuten kosten hingegen 350 Euro. 

Genau so war es auch bei der Frau aus Salzburg. Ihr war nicht bewusst, dass ihre Freiminuten bereits aufgebraucht waren. AK-Konsumentenschützer Christian Obermoser konnte der verzweifelten Pensionistin helfen: Er verständigte sich mit dem Netzbetreiber über eine Vertragsverlängerung und erreichte 220 Euro Gutschrift für die Salzburgerin. „Wir empfehlen speziell in diesen Zeiten, Freiminuten und Datenvolumen regelmäßig zu kontrollieren, sonst können die Zusatzkosten ins Uferlose gehen“, rät Obermoser.   

Handy-Rechnung explodiert: Das rät die AK

AK-Konsumentenschützer Christian Obermoser hat folgende Tipps parat, wenn die Handyrechnung in diesen Tagen höher ist als sonst.
 
  • Kostenkontrolle: Derzeit wird das Handy in vielen Fällen mehr genutzt als zuvor. Kontrollieren Sie rechtzeitig ob Ihre Freimengen ausreichen. Das geht in der Regel über das Online-Kundenportal oder über eine App. Achtung: Anders als beim Datenvolumen sind Anbieter nicht verpflichtet, vor einem Überschreiten zu warnen. 
  • Noch vor dem Überschreiten sollte mit dem Anbieter Kontakt aufgenommen werden. In der Regel gibt es kostengünstige Zusatzmengen oder –pakete. 
  • Langfristig kann ein Tarifwechsel helfen. Aktuelle Tarife beinhalten in der Regel deutlich mehr oder sogar unlimitierte Freiminuten.
  • Ist man dann doch in die Kostenfalls getappt, dann sollte man unbedingt einen Rechnungseinspruch einbringen. Oftmals kann eine einvernehmliche Lösung erzielt werden. Besonders in diesen Tagen sollte durchaus Verständnis für diverse Notlagen vorhanden sein.


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