Christkindlmärkte dürfen zwar öffnen, aber ohne Punschstandln

Sperrstunde 20 Uhr

Christkindlmärkte dürfen zwar öffnen, aber ohne Punschstandln

Die Weihnachtszeit wird heuer in Graz besonders besinnlich ablaufen.

Die Grazer Adventmärkte werden im November und Dezember zwar stattfinden, aber ohne Glühwein- und Punschstandln sowie ohne Speisenausgabe. Dies gaben Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) und sein Vize Mario Eustacchio (FPÖ) am Mittwoch bekannt. Die Zahl der Märkte dürfte sich reduzieren, ebenso jene der Aussteller. Die Silvestershow als Großereignis mit Laser und Licht wird es nicht geben, allerdings wird eine andere Form überlegt.

"Der Advent in Graz ist ein wirtschaftliches und gesellschaftliches Großereignis, seit über zwei Jahrzehnten", sagte Nagl. Man habe im Ministerium gefragt, wie man Weihnachtsmärkte sehe, und es habe eine klare Antwort gegeben. "Genehmigungen nach der Marktordnung sind möglich, aber es gelten auch die Regeln der Gastronomie", sagte der Bürgermeister. Verabreichen von Getränken und Speisen sei nur mit Sitzplätzen möglich. "Und das wird es in Graz nicht geben", bedauerte Nagl.

Weihnachten wie damals

Zuletzt gab es 16 Adventmärkte an unterschiedlichen Orten, davon 13 auf öffentlichen Straßen und Plätzen, drei auf Privatflächen. Vor allem die Charitystände mit Glühweinausschank am Eisernen Tor hätten Planungssicherheit gebraucht. Generell appellierte Nagl, sich kreativ etwas Neues einfallen zu lassen. "Es wird ein bisschen Weihnachten wie damals und kein Geschiebe und Gedränge." Die Heißgetränkestände seien die Cashcows, die nun ausfielen. So werde es im Joanneum-Hof keine Gastrostände geben, im Lesliehof nebenan aber den Kunstmarkt.

Jene Standbetreiber, die Nutzungsentgelt entrichten hätten sollen, müssen nicht zahlen. Ein Sitzen und Konsumieren im Außenbereich von Lokalen werde möglich sein. Auf die Frage, was man bei einem tatsächlichen Lockdown tue, antwortete Nagl: "Das mag ich mir gar nicht ausmalen."

Während des Lockdowns im Frühjahr habe man es geschafft, die Bauernmärkte offen zu halten, erinnerte Eustacchio. "Das Abhalten von Adventmärkten im Gegensatz zu anderen Städten wird unser Alleinstellungsmerkmal, sogar etwas besinnlicher vielleicht", sagte der Vizebürgermeister. Zusätzliches Sicherheitspersonal zur Überwachung von Maskentragen und Abstandhalten werde es nicht geben: "Es genügt die Polizei und die Ordnungswache."

Schließzeiten um 20:00 Uhr

Citymanager Heimo Maieritsch berichtete, man habe bei Advent in Graz zuletzt zwei Millionen Besucher gezählt. An dem einen oder anderen Ort könne ein Weihnachtsmarkt nun nicht stattfinden, z. B. am Eisernen Tor mit ausschließlich Gastronomie. Auch größere Veranstaltungen wird es nicht geben, an einen Krampuslauf ist heuer nicht zu denken. Geben werde es jedenfalls das Eislaufen am Karmeliterplatz, die Adventbim und den Bummelzug durch die Stadt, den Christbaum am Hauptplatz und die Projektion auf das Rathaus, ebenso die Eiskrippe im Landhaushof. An den stärksten Tagen zählte man rund 80.000 Besucher in der Innenstadt. "Das wird es heuer nicht sein", sagte Maieritsch. Der Start erfolgt am 20. November, offengehalten wird bis zum 24. Dezember. Die Schließzeiten dürften sich wohl von 22.00 auf 20.00 Uhr verlagern.

Hubert Pferzinger vom Tourismusverband gestand bezüglich Silvester ein: "Mir wäre ja großes Feuerwerk am liebsten, das geht aber nicht." Die Silvestershow war sehr erfolgreich, und die Gastronomen setzten darauf. Prinzipiell müsse man sie in der bisherigen Form absagen, aber man erwäge, doch noch etwas daraus zu machen. Details dazu teile man noch mit. Der Cirque Noel werde jedenfalls stattfinden. "Das wollen wir nicht auch noch wegnehmen", sagte Pferzinger.

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