Andreas Babler hat die Unterstützung der mächtigen Wiener Landes-SPÖ - seine Gegner geben aber nicht auf.
Offiziell ist die Sache gelaufen. Und es ist zumindest derzeit niemand zu finden, der "on the records" - also vor laufenden Kameras - bezweifelt, dass SPÖ-Chef Andreas Babler beim Parteitag am 7. März in der Wiener Messe als einziger Kandidat antritt.
SPÖ-Klausur in Gumpoldskirchen: Michaela Schmidt, Ulrike Königsberger-Ludwig, Peter Hanke, Anna Sporrer, Andreas Babler, Eva-Maria Holzleitner, Korinna Schumann, Markus Marterbauer und Jörg Leichtfried.
Erst am vergangenen Samstag hat Babler im heimatlichen Gumpoldskirchen - wenige Fahrminuten von seinem Haus in Traiskirchen entfernt - das rote Regierungsteam sowie die Landeshauptleute zu einer Klausur zusammengetrommelt. Offiziell ging es um "den Kampf gegen die Teuerung, mehr Sicherheit durch einen starken Rechtsstaat und Stärkung des Gesundheitssystems" - inoffiziell natürlich darum, die Reihen zu schließen. Nachdem mehrfach betont worden war, dass es "in der SPÖ keine Personaldebatte gibt", konnte Babler verkünden, dass er "fest im Sattel sitzt". In der Sitzung selbst ist es zu keinem Aufstand gekommen, sie wird von Teilnehmern als "fade" beschrieben.
Entscheidung vor dem Valentinstag
Allerdings: Bablers Gegner geben nicht auf. Aus ihrer Sicht hat der keine Mehrheit in der Partei. Zwar sind zu dem Treffen in Gumpoldskirchen alle Landesparteichefs bis auf Hans Peter Doskozil (Burgenland) und Max Lercher (Steiermark) erschienen. Doch seien bis auf Wiens Michael Ludwig in Wahrheit alle gegen Babler. Und dem wollen sie auch keine Zeit mehr geben. Am 13. Februar soll der SPÖ-Vorstand den Parteitag vorbereiten. Und just am Tag vor dem Liebes-Event par excellence, dem Valentinstag, soll der Parteivorstand mit einfacher Mehrheit einen Gegenkandidaten aufstellen. Und der soll Christian Kern heißen. Ansonsten werde Babler "die Partei in den nächsten Jahren zerstören", wie es einer gegenüber oe24 formuliert. Das sorge in den Ländern, die 2027 Wahlen zu schlagen haben, bereits für leichte Panikattacken.
Das Problem: Wie oe24-Insiderin Isabelle Daniel berichtete, macht Kern seine Kandidatur von der Unterstützung Ludwigs abhängig - und der hält zumindest derzeit eisern zu Babler. Die Rebellen - sie sitzen vor allem in der Steiermark, Kärnten, OÖ und NÖ - hoffen aber, dass sich das bis Anfang Februar noch ändert und Kern doch in den Ring steigt. Kern feierte just am Samstagabend in Wien "mit einigen Weggefährten" seinen 60er...