Der Anteil der Gastpatienten in Wien ist auch im niedergelassenen Bereich hoch. Aktuell tobt ein Patienten-Streit zwischen Wien und Niederösterreich. In der ZIB2 sprach ÖVP-NÖ-Geschäftsführer Matthias Zauner Klartext.
So wohnen rund 32 Prozent der Personen, die 2024 in Wien eine Arztpraxis aufgesucht haben, in Niederösterreich. Die Zahlen stammen laut Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) vom Dachverband der Sozialversicherungsträger. Man wolle daran keine Kritik üben, betont man im Rathaus. Es zeige aber die Leistungsfähigkeit des Systems. Sehr wohl unzufrieden ist man mit der Situation in den Spitälern.
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Laut dem Büro des Stadtrats wurden 2024 in ganz Österreich exakt 8,383.588 Patientinnen und Patienten im niedergelassenen Bereich registriert. Fast 3 Mio. davon - etwas mehr als 35 Prozent - wurden in Wien behandelt. Wer in der Bundeshauptstadt eine Ordination aufsucht, stammt aber nicht immer aus der Bundeshauptstadt. Allein rund 950.000 der betreffenden Personen kamen aus Niederösterreich.
Vergleichsweise geringe Zahl aus dem Burgenland
Rund 59 Prozent aller Bewohner des Nachbarbundeslandes, die niedergelassene Ärzte aufgesucht haben, haben dies in Wien getan, rechnet man vor. Vergleichsweise gering fällt der Anteil aus dem Burgenland aus. 121.910 Menschen, die dort ihren Wohnsitz haben, waren in dem betreffenden Jahr in Wien bei einem Arzt.
Der Streit um Gastpatientenstreit schwelt seit geraumer Zeit. In diesem geht es jedoch nicht um die sogenannte extramurale Versorgung, sondern um planbare, nicht akute Eingriffe in den städtischen Spitälern. Wien will hier den Zustrom zumindest eindämmen. Man verweist auf Mehrkosten, die laut Stadt nicht abgegolten werden.
ÖVP Niederösterreich gegen Wien
Im ZIB2-Interview nahm der Geschäftsführer der niederösterreichischen ÖVP Zauner zum Thema Stellung und meinte, man habe in Niederösterreich eine ausgezeichnete Gesundheitsversorgung, doch sei es eben auch so, dass in Österreich die freie Arztwahl gelte. Wien warf er vor, mit einer über Jahre gängigen Praxis zu brechen.
Von der ÖVP in Niederösterreich wurde schon im Vorfeld die Forderung an Wien gerichtet, zu "kooperieren". Die ÖVP beruft sich auf eine Abmachung, wonach Niederösterreich auf 500 Millionen Euro verzichtet, damit die Patienten in Wien behandelt werden.