Suizidgefahr: Kitz-Killer in Zelle von Kameras überwacht

Blutbad mit fünf Toten

Suizidgefahr: Kitz-Killer in Zelle von Kameras überwacht

Andreas E. tötete schnell, überraschend und völlig emotionslos: Erst erschoss er die Eltern seiner Ex-Freundin Nadine H. (19) in deren Haus in Kitzbühel. Der Vater (59) starb noch an der Haustür. Die Mutter (51) und der Bruder (25) des Mädchens in deren Betten.

Schließlich ermordete er seine Ex-Freundin und deren neuen Freund, ein 24-jähriger Eishockeytormann der „Adler Kitzbühel“. Der neue Freund wollte flüchten, bevor er von den Kugeln getroffen wurde.

 

 

Suizidgefahr: Kameras überwachen Fünffach-Mörder in seiner Zelle

Andreas E. (25) sitzt in der Innsbrucker Justizanstalt in Untersuchungshaft. In einer Einzelzelle mit eigener Videoüberwachung. Aus Angst davor, dass E. Selbstmord verüben könnte. Die Gefängnisleitung nennt es hingegen „eine reine Vorsichtsmaßnahme, um einen möglichen Selbstmordversuch des Täters verhindern zu können“.

Racheakt. Für die Wiener Psychiaterin Sigrun Roßmanith war das Blutbad ein Racheakt. Nach der Trennung kamen Wut und Hass, „das ließ die Gewaltfantasien entstehen“.

Das von ihm abgelegte Geständnis deutet sie: „dass er zu dem steht, was er letztlich angerichtet hat“.

kitz2.jpg © ZOOM.Tirol In diesem Haus geschah das Massaker von Kitzbühel.

Opfer mit zehn Kugeln getötet

Der Killer tötete „mit Schüssen aus nächster Nähe“, wie nun die Obduktion der fünf Opfer ergab: „Alle sind aus sehr kurzer Distanz erschossen worden“, so die Polizei. Ein Messer und einen Baseballschläger, den Andreas E. ebenfalls bei sich hatte, setzte er nicht ein, als er Sonntag um 5.30 Uhr im Haus seiner Ex-Freundin die gesamte Familie ausrottete und sich danach der Polizei in Kitzbühel stellte.

Andi E. Andreas E. Fünffach-Mord Kitzbühel © privat Kitzbühel-Killer Andreas E. sitzt in Innsbruck in U-Haft.

Neun-Millimeter-Pistole

Mehr als zehn Kugeln hat Andreas E. abgefeuert. Seine Opfer hatten kaum eine Chance zur Flucht. Abgegeben wurden die tödlichen Schüsse aus einer Neun-Millimeter-Pistole. Die Waffe gehört dem Bruder des Mörders, der zur Tatzeit auf Asienreise in Japan war.

Mutter des Täters: "Es sind sechs Menschen tot"

Getötet. Bei seiner ersten Einvernahme hat E. die Mordnacht klar und strukturiert geschildert. Ein Alkoholtest fiel negativ aus. Jetzt steht fest: Er hat die grausame Tat sehr schnell und für die Opfer völlig überraschend ausgeführt. Im Haus sind kaum Kampfspuren gefunden worden. Es kann somit keinen größeren Widerstand der Opfer gegeben haben, berichtete die Polizei.

Eine Reporterin von "RTL" und ein "Bild"-Journalist sprachen indes kurz mit der Mutter des Killers. Sie sagte zur "Bild": „Es sind nicht fünf Menschen gestorben, sondern sechs. Unser Sohn ist auch gestorben.“

Kitzbühel Fünffach-Mord Florian J. Nadine H. © APA; GEPA; privat Nadine & Florian waren glücklich verliebt. Dann rastete ihr Ex aus.

Fünffach-Mord Kitzbühel Bruder Kevin H. Mutter Andrea H. © privat Auch Nadines Mutter Andrea (51) und Bruder Kevin (25) fielen dem Killer zum Opfer

Ob sie damit meinte, dass auch ihr Sohn ein Opfer ist, oder ob er für sie nach der Tat ebenfalls gestorben ist, ließ sie offen. Mehr wollte die geschockte Frau nicht sagen. Gegenüber dem deutschen TV-Sender meinte sie, „dass Nadine und ihr Sohn in einem Jahr heiraten wollten“. Der Täter selbst sitzt derzeit in Innsbruck. Zum Motiv der schrecklichen Tat schweigt er, nur die Morde selbst beschrieb er bis ins Detail.

Kitzbühel Fünffach-Mord Andreas E. Nadine H. © Facebook Ein Foto aus glücklichen Zeiten von Nadine H. und ihrem späteren Killer Andreas E,

Überlebender

E. hat mit seinem Amoklauf fünf Menschen getötet. Überlebt hat nur ein Halbbruder von Nadine H. Er lebte nicht im gemeinsamen Haus der Familie in Kitzbühel, sondern in Kirchberg bei Kitzbühel.

Jetzt spricht die Mutter des Kitz-Killers

RTL-Reporterin Natascha Größ konnte am Haus der Familie kurz mit der Mutter von Andreas E. sprechen: „Es geht uns allen sehr schlecht, auch meinem Sohn“, erzählt sie. Das Motiv der verheerenden Tat soll Eifersucht gewesen sein und Wut aus verschmähter Liebe. Auf die Frage danach antwortet die geschockte Mutter nicht. Sie sagt über ihren Sohn und dessen Ex-Freundin: „Sie waren verlobt, wollten nächstes Jahr heiraten.“ Und: „Mein Sohn ist doch sehr beliebt gewesen, er war ein kleiner Sonnyboy. Wir haben sehr viele Nachbarn, Bekannte in der Stadt. Wir haben von überall Hilfe angeboten bekommen“, so die Frau. Reporterin Größ sagte über das kurze Gespräch: „Es war nicht einfach. Die Frau wirkte wie eine Mutter, der es gerade den Boden unter den Füßen weggezogen hat.“

Florian Janny © GEPA Die Eishockey-Welt trauert um Florian J.

Trauerfeier für Mordopfer vor Eishockeyspiel am Freitag

J. spielte Eishockey für die Adler Kitzbühel, als Tormann. Vor der Mordnacht wurde er zum „Man of the Match“ gekürt. Er hielt 18 von 19 Schüssen. 94,7 Prozent Fangquote. Der Verein und seine Mitspieler wollen nun am kommenden Freitag vor dem Spiel gegen Fehérvár eine Trauerfeier für ihren Top-Eishockeyspieler abhalten.

Die offizielle Verabschiedung aller Opfer wird frühestens Mitte nächster Woche stattfinden, heißt es aus dem Büro von Bürgermeister Klaus Winkler.

Video zum Thema Fünffachmord in Kitzbühel: Opfer-Bekannte im Interview
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Bekannte: "Sie war ein nettes, unkompliziertes Mädchen"

oe24.TV: Sie haben Nadine gekannt, sie war zuletzt auch in Ihrem Lokal, wie war sie?

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