Polizei: Schon 1.040 Bettler in Wien angezeigt

Extrem hohe Dunkelziffer

Polizei: Schon 1.040 Bettler in Wien angezeigt

Nach einigen besseren ­Jahren explodiert die Zahl der Bettler-Anzeigen wieder.
Wien. Das Problem der ­organisierten Bettelei, bei dem in großer Zahl wehrlose Arme aus Osteuropa in Wien zum Betteln ausgeschickt und dann von den Hintermännern ausgeplündert werden, wird in Wien plötzlich wieder akut – nach einigen Jahren des Rückgangs, zuletzt sanken nach 1.400 Anzeigen im Jahr 2014 die Zahlen stetig, beschäftigen die Bettler in diesem Jahr wieder verstärkt die Exekutive.
 
ÖSTERREICH fragte bei der Wiener Polizei nach: Per Ende November übersprang die Zahl der Anzeigen erstmals wieder die Tausendermarke.
 

Zahl der Anzeigen wegen Bettelei steigt wieder

 
Die Statistik. Laut offizieller Statistik gab es heuer schon 1.040 Anzeigen der Polizei, der stärkste Monat bisher war der November mit 151 Anzeigen.
  • 263 Anzeigen entfielen bisher auf „aufdringliche Bettelei“.
  • Nur mehr drei Anzeigen gab es wegen Bettelei mit Kindern.
  • 55 wurden wegen „aggressiver Bettelei“ erstattet.
  • 705 Anzeigen gab es wegen „gewerbsmäßiger Bettelei“.
Und: „Im Dezember ist das Bettler-Aufkommen immer besonders stark“, so ein Sprecher der Polizei gegenüber ÖSTERREICH.
 

Hohe Dunkelziffer bei ­organisierter Bettelei

Background. Dass es „nur“ 14 Anzeigen wegen organisierter Bettelei gab, habe einen einzigen Grund, so ein Sprecher der Polizei: „Es gibt eine enorm hohe Dunkelziffer, weil es so gut wie unmöglich ist, hier von der Polizei her eine Beweisführung für eine Anzeige aufzubauen. Die Zahlen der organisierten Bettelei spiegeln die Realität nicht wider.“ Das Hauptproblem liege darin, dass die Hintermänner der organisierten Bettelei die Rechtslage sehr gut kennen und die von ihnen skrupellos ausgebeuteten Armen in ganz Europa rotieren lassen, sodass ein und dieselbe Person bestenfalls nach einigen Jahren wieder wegen Bettelei angezeigt werden könne.
 

Profi-Banden ziehen in ganz Europa Netze auf

International. Die Polizei geht davon aus, dass die meisten Bettler, die man derzeit auf Wiens Straßen sind, in Wahrheit Teil der Bettlermafia-Banden seien. „Diese sind professionell organisiert, strukturiert und haben durchdachte Ablaufpläne, die auf die Zielländer abgestimmt sind. Nachdem die Opfer dieser Masche, die Bettler selbst, in der Gruppierung immer noch besser verdienen als zu Hause, arbeiten sie leider nicht mit uns zusammen“, so das bittere Resümee der Polizei. (glw, gaj)

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