Juwelier-Mord

Anklage wie aus Horror-Film

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Ein Jahr nach dem bestialischen Mord an einem Juwelier, liegt die Anklage vor. 

Wien. Das war nicht nur ein Mord, das war eine Übertötung, eine Hinrichtung, ein Gemetzel: Im Fall des vor einem Jahr bei einem Überfall getöteten Juweliers Berthold „Berti“ S. (74.) liegt jetzt die Anklage der Staatsanwaltschaft vor. Demnach soll der mutmaßliche Mörder, ein erst 21-Jähriger Schwerstkrimineller aus Serbien 19 Mal auf den betagten Geschäftsmann eingestochen haben.

Berti S., ein eingefleischter Anhänger der Admira, war vor allem in Fußballer-Kreisen sehr bekannt. Idole wie Herbert Prohaska und Toni Polster gehörten zu seinen Kunden. Als sie vom gewaltsamen Tod des 74-Jährigen erfuhren, zeigten sie sich tief betroffen. Prohaska zählte den Juwelier sogar zu seinen Freunden.

Vor Mord noch bei Opernsänger eingebrochen

Der kleine Laden auf der Landstraßer Hauptstraße war der Lebensinhalt von Berthold S. Obwohl er sich längst hätte zur Ruhe setzen können, stand er jeden Tag in seinem Geschäft.

So auch am 14. Oktober des vergangenen Jahres, als sich der heutige Angeklagte zunächst als interessierter Kunde ausgab. Als ihm der Juwelier mehrere Halsketten zur Auswahl vorlegte, stach der Serbe zu. Passanten entdeckten den blutüberströmten 74-Jährigen im Eingangsbereich das Ladens – für Berthold kam jede Hilfe zu spät.

Der Raubmörder setzte sich mit Schmuck, Golddukaten und Luxusuhren nach Tschechien ab, wurde festgenommen und ausgeliefert.

In Einvernahmen brach er zusammen, gestand allein in Wien 51 Einbruchsdiebstähle. Selbst am Tag des Mordes war er in die Wohnung eines Opernsängers eingedrungen, wurde mit seinem Komplizen (nach ihm wird gefahndet) jedoch in die Flucht geschlagen. Bei weiteren spektakulären Coups erbeuteten die beidem etliche Hunderttausend Euro.

Dem Angeklagten droht lebenslang, es gilt die Unschuldsvermutung. 

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