Der traditionsreiche Augustinerkeller "unter der Albertina und neben dem Filmmuseum" hat schon bessere Zeiten erlebt. Derzeit ist das Lokal im Betriebsurlaub. Den Restaurantbetrieb habe man "aufgegeben“, so der renommierter Inhaber, Josef Bitzinger.
Hineingeboren in eine Hotelier- und Gastronomiefamilie, übernahm Bitzinger den Augustinerkeller, wie es auf wien.orf.at heißt, vor über 50 Jahren. 2024 wurde das traditionsreiche Restaurant direkt unter der Albertina zu einem Fine-Dining-Lokal getrimmt. Doch dieses Konzept scheint nicht aufgegangen zu sein, wie der Gastronom in der „Wien heute“-Interviewreihe "Bei uns“ am Samstag einräumt: „Im Restaurant haben wir sozusagen aufgegeben.“ Aber man werde den Augustinerkeller „natürlich in einer adäquaten und ordentlichen Form“ weiterführen.
"Ewiges Mitarbeiter-Dilemma“
Als Grund für das Scheitern nennt Bitzinger "das ewige Mitarbeiter-Dilemma, das wir gehabt haben“. Mit zuletzt 15 Mitarbeitern stünde man bei nur 40 Prozent des Vor-Pandemie-Niveaus. Wie es mit dem Augustinerkeller nun konkret weitergehen soll, verrät Bitzinger noch nicht – das sei ein "Betriebsgeheimnis“.
Generell habe sich in den letzten Jahren in der Gastronomie sehr viel geändert, sagt Bitzinger. "Ob das jetzt alleine Covid-geschuldet war, glaube ich auch nicht, aber das hat schon sehr viel mitgetan.“ Bei den allseits bekannten Würstelständen des Gastronomen läuft es laut Bitzinger "Gott sei Dank besser“. Hier habe man mit zwölf bis 14 Mitarbeitern auch wieder gleich viel Personal wie vor der Pandemie.
"Schampus und Käsekrainer, das passt perfekt“
Seit 1999 führt Bitzinger den Würstelstand bei der Albertina – beliebte Anlaufstelle auch für Opernball-Gäste – und seit 2009 beim Riesenrad im Prater. Rund 60 Tonnen Würstel verkauft Bitzinger laut eigenen Aussagen in seinen Gastro-Stätten im Jahr.
Am Donnerstag, wenn nebenan der Opernball über die Bühne geht, werden neben Käsekrainern sicherlich wieder viele Champagnergläser an die Gäste gereicht werden. Den Champagner gibt es aber nicht nur zum Opernball, er ist das ganze Jahr im Programm. "Schampus und Käsekrainer, das passt perfekt.“