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Tatverdächtiger kam frei

Bomben-Plan: 100.000 Euro für Mord an HC Strache

Geleakte Kripo-Akten. Ein Islamist, der HC Strache mit einer Autobombe töten lassen wollte, blieb frei. Er betete in derselben Moschee wie der Wiener Terrorist Kujtim F.

 

„Wir könnten es hier mit einem handfesten Justizskandal zu tun haben. Trotz Zeugenaussagen, trotz eines Waffenfunds und Drogen-­Sicherstellungen beim Verdächtigen stellte die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren ein“, legte jetzt ein INSIDER-Informant den ganzen Verschlussakt zur Causa „Autobombe“ auf den Besprechungstisch im Newsroom – mit allen Einvernahmen und allen Handy-Bildern des Tatverdächtigen.

Im Sommer 2018 traf ein österreichischer Muslim den oft in der Moschee in Wien-Ottakring anwesenden X. In dieser Moschee betete auch Kujtim F. (20), der Attentäter und Terrorist von Wien. Und wie F. könnte der gebürtige Albaner ebenfalls zum „inneren Kreis“ der mutmaßlichen Islamisten gezählt haben, die im Fitnessraum im Keller der Moschee unter sich bleiben durften.

"Bundesregierung müsse im
 Namen Gottes bestraft werden"

Bombe. „Ich habe mich mit X. in meiner Wohnung getroffen. Wir kamen auf die Autobomben zu sprechen“, schilderte der Hauptbelastungszeuge das Gespräch mit X. am 8. September 2018 bei der Kripo-Einvernahme. Und der Drogenkunde von X. erzählte, wie dieser über die österreichische Bundesregierung sprach: „Er wetterte gegen das Kopftuchverbot und gegen die Schließung von sechs Moscheen. Für diese Handlung müsse sie (Anm.: die Regierung) im Namen Gottes bestraft werden.“ Und „ihnen“ sei bekannt, „dass der Wagen von Strache nicht ständig überwacht würde. Man könne dort die Autobombe platzieren“.

© oe24

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100.000 Euro für Mord an HC Strache

Bei einem weiteren Treffen am 26. September 2018 wurde der tatverdächtige X. noch deutlicher, berichtete der Zeuge den Ermittlern vom LVT, dem Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung am Wiener Schottenring: „Wenn ich diese Bombe am Wagen von HC Strache platziere, dann bekomme ich 100.000 Euro.“

Am 30. September 2018 bekam X. dann überraschenden Besuch in seiner Wohnung in Wien-Floridsdorf: Die Spezialeinheit Cobra trat die Türe ein, nahm X. fest. Bilanz der Razzia: Eine Pistole, Patronen, Drogen und sechs Handys werden sichergestellt. Bei der Auswertung der Mobiltelefone fanden die Verfassungsschützer Bilder von Pistolen und Revolvern, fotografiert in Albanien. Das Fotoalbum sah aus wie ein Waffenkatalog. X. kam in Untersuchungshaft. Der damalige FPÖ-Vizekanzler HC Strache wurde vom Verfassungsschutz im Herbst 2018 nicht über die Gefährdungslage informiert.

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Anwalt des Verdächtigen starb kurz vor Terrorattentat in Wien

Hirngespinste? Der Terrorverdächtige kam recht schnell wieder frei. Die Staatsanwaltschaft Wien stellte das Verfahren ein: „Durchgeführte Ermittlungen haben den Verdacht nicht erhärtet.“ Der Verteidiger von X. sagte dazu: „Alle Behauptungen haben sich als Hirngespinste des Zeugen herausgestellt.“

Sein Verteidiger war Wolfgang Blaschitz. Der bekannte Anwalt (62) der Jihadisten-Szene starb am 2. November an einem Herzinfarkt. An jenem Tag, an dem der Islamist Kujtim F. bei seinem Terroranschlag in Wien vier Menschen tötete.

Richard Schmitt

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