Fast zwölf Jahre führte Markus Rumelhart Mariahilf, nun steht Julia Lessacher an der Spitze. Kaum im Amt, sieht sie sich mit Kritik konfrontiert. Kaum im Amt, sieht sie sich bereits mit Kritik ihres Stellvertreters konfrontiert.
Julia Lessacher wurde am Donnerstag von Parteikollege Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) als neue Bezirksvorsteherin des 6. Bezirks Mariahilf angelobt. Sie folgt Markus Rumelhart, der nach fast 12 Jahren seinen Rückzug wegen eines Burnouts bekanntgegeben und Lessacher als Nachfolgerin vorgeschlagen hatte.
Angelobung durch Bürgermeister Michael Ludwig: Julia Lessacher neue Bezirksvorsteherin von Mariahilf.
Lessacher war seit 2005 Bezirksrätin und seit 2020 stellvertretende Bezirksvorsteherin. "Mit Julia Lessacher übernimmt eine erfahrene Bezirksvertreterin die Leitung von Mariahilf, die ihren Bezirk seit vielen Jahren kennt und die Anliegen der Menschen in den Mittelpunkt stellt", betonte Ludwig.
Erste Schwerpunkte
Als langjährige Kommunalpolitikerin setzt Julia Lessacher auf Bürgerbeteiligung, pragmatische Lösungen und die Verbesserung der Lebensqualität und des Zusammenlebens. Im Fokus ihrer Arbeit stehen mehr Begrünung, sichere und zukunftsfitte Straßen.
Ein besonderes Anliegen ist Julia Lessacher die Verbesserung der täglichen Situation rund um die U-Bahnstation Gumpendorfer Straße. Auch wenn diese Herausforderung in Bundeskompetenz liegt, will sie das Thema auf allen politischen Ebenen ansprechen.
Ein weiteres zentrales Vorhaben ist die Neugestaltung der Gumpendorfer Straße zu einer zukunftsfitten Straße. Die Wünsche und Bedürfnisse der Bürgerbeteiligung sollen die Grundlage bilden – Schritt für Schritt werden sie und unter Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten umgesetzt, heißt es. Auch die Windmühlgasse, Fillgradergasse und Theobaldgasse sollen in die Planung einbezogen werden.
Streit um Gumpendorfer Straße
Doch zur Angelobung kam deutliche Kritik von den Grünen. Doch zur Angelobung meldeten sich die Grünen scharf zu Wort. Bezirksvorsteher-Stellvertreter Paul Stein (Grüne) stellt die neue Amtszeit unter ein kritisches Vorzeichen. "Die Menschen in Mariahilf bekommen nicht, was sie gewählt haben", so Stein. Markus Rumelhart hate im vergangenen Wien-Wahlkampf versprochen, die Gumpendorfer Straße umzubauen. "Jetzt nach der Wahl und mit der Übergabe an Julia Lessacher wurde das Projekt abgesagt", sagt Stein. Der sechs Jahre lang angekündigte Umbaustart mit 250 neuen Bäumen sei gestrichen worden.
"Auch wenn die neue Bezirksvorsteherin schon angekündigt hat, dass sie den Durchzugsverkehr nicht unterbinden wird, werden wir dazu bald mit einer großen Umfrage die Mariahilferinnen und Mariahilfer zu Wort kommen lassen“, kündigt Stein an. Neben der lange überfälligen Neugestaltung der Gumpendorfer Straße pochen die Grünen auch auf mehr autofreie Schulvorplätze – etwa in der Sonnenuhrgasse, der Corneliusgasse oder in der Rahlgasse.