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"Wir pochen auf eine Wiedereröffnung"

Handel drängt auf Lockdown-Ende in Wien am 2. Mai

''Wir pochen hier auch auf eine Wiedereröffnung des Non-Food-Handels in Wien ab 3. Mai'', sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Wien. Der Handelsverband begrüße die Entscheidung, den Non-Food-Handel sowie körpernahe Dienstleistungen in Niederösterreich und (wenn möglich) auch in Wien am 3. Mai wieder zu öffnen, wie es in einer Aussendung des Verbandes heißt. Im Rest des Landes sind beide Bereiche ohnehin offen. Ab 19. Mai sollen auch die Gastronomie und Hotellerie bundesweit endlich wieder öffnen, ebenso Kultur- und sonstige Veranstaltungen.

Ungleichbehandlung nicht nachvollziehbar

"Wir unterstützen die heutige Entscheidung, den Ostlockdown spätestens am 2. Mai zu beenden, aus voller Überzeugung. Wir pochen hier auch auf eine Wiedereröffnung des Non-Food-Handels in Wien ab 3. Mai, denn der Handel war nie ein Corona-Hotspot. Die Umsatzverluste der betroffenen Händler im Osten werden sich bis zur Wiedereröffnung auf rund 1,95 Milliarden Euro summieren. Weniger als ein Viertel davon wird später von den Konsumentinnen und Konsumenten noch nachgeholt werden. Besonders stark betroffen ist der Handel mit verderblichen Gütern, beispielsweise Gartencenter", sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Seit fast vier Wochen sind die Gartencenter im Osten Österreichs geschlossen. Was viele nicht wissen: "Gartenbaubetriebe" dürfen auch im harten Lockdown weiterhin geöffnet haben, jedoch sind "Gartencenter" von dieser Ausnahmebestimmung nicht umfasst. "Diese Ungleichbehandlung ist europaweit einzigartig und überhaupt nicht nachvollziehbar. Gerade jetzt bei den frühlingshaften Temperaturen widmen sich die Menschen gerne ihrem Garten oder Balkon. Da Blumen und Pflanzen hochverderbliche Waren sind, werden diese wohl im Müll landen, wenn nicht schnellstmöglich eine gesetzliche Änderung kommt", stellt Will klar.

Beschleunigung bei Impfungen

Der Handel ist kein Corona-Hotspot, die Sicherheits- und Hygienekonzepte (FFP2-Maskenpflicht, Mindestabstand von 2 Meter, aktives Besuchermanagement, etc) funktionieren. Die vergangenen Wochen haben das einmal mehr bewiesen. Die 7-Tage-Inzidenz ist laut AGES bundesweit in den letzten 10 Tagen von 210 auf 182 zurückgegangen, obwohl wir in sieben von neun Bundesländern keinen harten Lockdown hatten. In Wien hingegen sind der Non-Food-Handel und die körpernahen Dienstleistungen seit mittlerweile 23 Tagen geschlossen, dennoch hat die Bundeshauptstadt weiterhin die österreichweit höchste Inzidenz. Der Handelsverband weist bekanntlich schon seit Wochen darauf hin, dass sich die Effizienz von Lockdowns massiv abgenutzt hat. Die Maßnahmen kosten Milliarden, bringen aber kaum noch etwas hinsichtlich der Eindämmung des Infektionsgeschehens

"Das Instrument des harten Lockdowns ist stumpf geworden, unsere Bevölkerung ist nach 14 Monaten Pandemie nicht mehr bereit, derartig weitreichende Restriktionen hinzunehmen. Daher müssen wir den Menschen jetzt rasch kostenlose Antikörper-Tests anbieten, bei den Corona-Impfungen auf die Überholspur wechseln und einen fünften Lockdown mit aller Kraft verhindern", so Rainer Will.

"Lockdown light" endet nach 21 Wochen

Die geplante bundesweite Öffnung von Gastronomie und Hotellerie mit 19. Mai sieht der heimische Handel positiv, wenngleich die geltende Masken- und Registrierpflicht in Kombination mit Eintrittstests vermutlich viele Menschen abschrecken könnte. Die Bundesregierung greift damit also das Motto des Handelsverbandes "Leben und Wirtschaften mit dem Virus" auf, um die milliardenschweren Kollateralschäden im Bereich der Arbeitsplätze einzudämmen.

"Wir freuen uns, dass auch die Hotels und Gastro-Betriebe mit 19. Mai nach 21 Wochen im Lockdown endlich wieder öffnen dürfen. Handel, Gastronomie und Tourismus sind kommunizierende Gefäße, sie sind wirtschaftlich stark voneinander abhängig. Jede Woche Lockdown light kostet die österreichischen Händler rund 250 Millionen Euro Umsatz, da sich fehlende Cafés und Restaurants negativ auf die Kundenfrequenz und Aufenthaltsdauer auswirken", erklärt Branchenvertreter Rainer Will.

Handel gegen Zutrittstests für Geschäfte

Eine wichtige Klarstellung gab es auch in puncto Corona-Zutrittstests: Diese werden auf Gastronomie und Kultur ausgeweitet, nicht aber auf den Handel. Corona-Zutrittstests für den Handel waren bei den Verhandlungen lange im Gespräch, wurden von Bundeskanzler Kurz aber dezidiert ausgeschlossen.

"Der Handelsverband hat sich als einzige Interessenvertretung von Anfang an klar und vehement gegen Zutrittstests in den Geschäften ausgesprochen. Unsere Verkäuferinnen und Verkäufer wären damit zu Securitys umfunktioniert worden, sie hätten Millionen von Tests kontrollieren müssen. Daher begrüßen wir das heutige Nein der Bundesregierung zu Eintrittstests im Handel und danken Bundeskanzler Kurz für seine Klarstellung. Mit der heute verkündeten Wiedereröffnung wird auch der Bevölkerung wieder ein Stück Freiheit zurückgegeben. Damit wird ein Teil des Lebens wieder vom privaten in den öffentlichen Bereich verlagert", bestätigt Rainer Will als bundesweiter Sprecher des Handels.

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