Sie wirken oft verlassen und hilflos, doch der Schein trügt. Gerade im Frühling ist falsche Tierliebe für viele Jungtiere lebensgefährlich.
Mit dem Frühling beginnt in Wiens Wäldern und Grünanlagen die Zeit des Nachwuchses. Hasen, Rehkitze oder junge Vögel werden jetzt geboren. Die Elterntiere sind meist in der Nähe, auch wenn man sie nicht sieht. Sie halten bewusst Abstand, um keine Fressfeinde anzulocken - das ist Teil ihrer natürlichen Überlebensstrategie.
Soll heißen: Junge Tiere warten oft ruhig auf ihre Eltern, die regelmäßig zur Versorgung zurückkehren. Auch Jungvögel verlassen ihr Nest häufig schon, bevor sie richtig fliegen können, und bleiben dennoch unter der Obhut ihrer Eltern.
"Bitte lassen Sie aufgefundene Jungtiere unbedingt in Ruhe und entfernen Sie sich. So helfen Sie am meisten", betont Günther Annerl, Leiter des Wildtierservice (Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien). Nur sichtbar verletzte Tiere benötigen menschliche Unterstützung.
Richtiges Verhalten auf einen Blick
- Nicht angreifen oder mitnehmen
- Abstand halten und rasch weitergehen
- Beobachtungen nur aus großer Entfernung
- Hunde an die Leine
- Nur verletzte Tiere melden - keine Eigenversorgung
Wer eingreift, richtet meist also mehr Schaden an, als den Tieren zu helfen. Schon das bloße Annähern kann dazu führen, dass die Elterntiere nicht mehr zurückkehren. Besonders problematisch wird es, wenn Jungtiere angefasst oder sogar mitgenommen werden. Das Wildtierservice der Stadt Wien appelliert daher klar: Beobachten ja, eingreifen nein.