Ein brisanter Bericht der "Washington Post" sorgt kurz vor der Wahl in Ungarn für Aufsehen: Der russische Geheimdienst soll Pläne für ein inszeniertes Attentat auf Viktor Orbán entworfen haben.
Im April finden in Ungarn die Parlamentswahlen statt. Angesichts sinkender Umfragewerte für Ministerpräsident Viktor Orbán soll eine Einheit des russischen Auslandsgeheimdienstes SVR weitreichende Desinformationskampagnen vorbereitet haben. Ziel sei es, Orbán gegen seinen konservativen Herausforderer Peter Magyar zu unterstützen, der sich als Korruptionsbekämpfer positioniert.
- Ex-Parteifreund will Orbán stürzen
- Showdown in Ungarn: Kickl kämpft für Orban
- Spielt Orbán in Brüssel seine letzte Karte?
Eine Einheit des russischen Auslandsgeheimdienstes (SVR) soll im vergangenen Monat Pläne ausgearbeitet haben, um Orbán im Wahlkampf zu unterstützen. Ein Dokument soll mögliche Strategien skizzieren. Weitere Unterlagen sollen laut der US-Zeitung belegen, dass Russland seine Agenten angewiesen haben soll, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um Oppositionskandidaten zu diskreditieren. So seien KI-gestützte Videos erstellt worden, um der Tisza-Kandidatin Gurzó Mária zu schaden. Gegen den Kandidaten Ervin Nagy wurden zudem falsche Anschuldigungen verbreitet, er habe eine Frau geschlagen. Diese gefälschten Inhalte wurden laut dem Bericht über nationale und soziale Medien in Umlauf gebracht.
Fake-Attentat als strategischer Wendepunkt
Besonders brisant ist ein interner SVR-Bericht, der von einem europäischen Geheimdienst beschafft, authentifiziert und von der "Washington Post" eingesehen wurde. Demnach schlage der Geheimdienst-Bericht die Inszenierung eines Attentats auf Orbán als sogenannten "Gamechanger" vor. Die Agenten argumentierten, ein solcher Vorfall würde den Wahlkampf von sachlichen Themen weg hin zu emotionalen Fragen der Staatssicherheit lenken. Als mögliches Vorbild diente offenbar das Attentat auf Donald Trump im US-Wahlkampf 2024, als er von einer Kugel gestreift wurde. Der Vorfall ließ dessen Umfragewerte schnell steigen.
Reaktionen und internationale Verbindungen
Während Kremlsprecher Dmitri Peskow die Vorwürfe als Desinformation zurückwies, warnen Experten wie der ehemalige ungarische Geheimdienstvize András Telkés vor einer zunehmenden Panik in der Regierungspartei. "Ich denke, sie könnten unüberlegte Schritte unternehmen, um an der Macht zu bleiben", zitiert das Portal "welt.de" Telkés.
Orbán gilt aufgrund seiner Nähe zu Russland innerhalb der Nato und der EU als strategischer Stützpfeiler für den Kreml in Europa. Der ungarische Außenminister Szijjártó soll, laut "welt.de" regelmäßig Details aus EU-Treffen direkt nach Moskau gemeldet haben. Neben russischer Unterstützung erhält Orbán auch Zuspruch aus den USA, denn Außenminister Marco Rubio erklärte Orbán bei einem Besuch in Budapest: "Ihr Erfolg ist auch unser Erfolg."