Evakuierung dauern

Nächste Passagierin vom Seuchenschiff positiv getestet

Eine ausgeflogene Französin ist nach dem Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" positiv auf das Hantavirus getestet worden.  

Der Zustand der Frau habe sich in der Nacht verschlechtert, sagte Frankreichs Gesundheitsministerin Stéphanie Rist im Sender France Inter. Tests der anderen vier ausgeflogenen Passagiere aus Frankreich seien bisher negativ ausgefallen. Weitere Tests sollen folgen. Die Evakuierung des Schiffs steht indessen vor dem Abschluss.

Nach Angaben des US-Gesundheitsministeriums sind von allen 17 Landsleuten, deren Rückholung die Regierung organisiert habe, zwei in der sogenannten Biocontainment-Einheit des Flugzeuges gereist. Bei einem der Passagiere habe ein PCR-Test "mild positiv" auf das Hantavirus angeschlagen, der andere zeige milde Symptome einer Erkrankung, teilte das US-Gesundheitsministerium auf X ohne genauere Erläuterungen mit. PCR-Tests können bereits eine sehr geringe Virenmenge nachweisen.

Letzte Flüge am Montag geplant

Vorerst seien alle fünf in speziell eingerichteten Zimmern in einem Spital isoliert. Die fünf Franzosen und die 17 US-Bürger waren Passagiere des von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs "Hondius", das am Sonntag nach Teneriffa gekommen war. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen waren noch am selben Tag erste Sonderflüge gestartet, um die Menschen aus insgesamt 23 Nationen in ihre Heimat zu bringen und eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Insgesamt starben bisher drei Passagiere der "Hondius", bei denen eine Infektion mit der Unterart Andesvirus nachgewiesen wurde oder vermutet wird.

Die Evakuierung des vor der spanischen Insel Teneriffa liegenden Schiffes steht unterdessen vor dem Abschluss. Die französischen Staatsbürger waren bereits am Sonntag in ihre Heimat ausgeflogen worden. Am Montagnachmittag sollten die beiden letzten Evakuierungsflüge in Richtung Australien und in die Niederlande starten. Bei dem Ausbruch waren nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bisher acht Menschen erkrankt, sechs davon nachweislich an dem Hantavirus. Unter den drei Todesopfern befand sich auch eine Deutsche. Die WHO empfiehlt für die von Bord geholten Passagiere eine Quarantäne von 42 Tagen.

Australien setzt auf strikte Quarantäne

Australien wird die sechs Passagiere mindestens drei Wochen lang in einer speziellen Quarantänestation isolieren. Nach Angaben der Regierung vom Montag werden die Reisenden in dem ursprünglich für die Corona-Pandemie errichteten Bullsbrook-Zentrum bei Perth im Westen Australiens aufgenommen. Von den sechs Passagieren, die bisher keine Symptome zeigten, haben vier die australische Staatsbürgerschaft, einer eine dauerhafte Aufenthaltsberechtigung und einer die neuseeländische Staatsbürgerschaft. Sie sollen nach spanischen Angaben am Nachmittag von der spanischen Kanareninsel Teneriffa aus nach Australien geflogen werden. Landen sollten sie nach Angaben des australischen Gesundheitsministers Mark Butler auf einem Luftwaffenstützpunkt in direkter Nachbarschaft zu dem Quarantänezentrum.

Laut Butler muss noch entschieden werden, wie mit den Passagieren nach der ersten dreiwöchigen Quarantäne verfahren werde. Andere Länder würden die Passagiere nach wenigen Tagen wieder entlassen, damit sie sich zu Hause isolierten, sagte Butler auf einer Pressekonferenz. Australien reagiere jedoch "stärker", da der lange Flug von Teneriffa in einer relativ kleinen Maschine ein größeres Übertragungsrisiko darstelle.

Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten