Hantavirus

Seuchen-Schiff: Evakuierung hat begonnen

Nach dem tödlichen Hantavirus-Ausbruch auf der „MV Hondius“ hat auf Teneriffa die Evakuierung begonnen. Die Passagiere werden schrittweise ausgeschifft und isoliert in ihre Heimatländer ausgeflogen. Drei Menschen kamen bereits ums Leben. 

Nach der Ankunft des betroffenen Kreuzfahrtschiffs „Hondius“ vor Teneriffa hat am Sonntagvormittag die Ausschiffung begonnen. Zunächst verlassen spanische Passagiere und spanische Crewmitglieder das Schiff, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit.

Insgesamt befinden sich knapp 150 Menschen an Bord. Alle Passagiere sowie ein Teil der Besatzung sollen schrittweise in ihre Heimatländer gebracht werden.

Hantavirus
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Isoliert zum Flughafen

Zuvor waren Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden an Bord gegangen, um letzte Untersuchungen vorzunehmen.

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Die Passagiere werden anschließend in isolierten Bussen zum Flughafen gebracht und ausgeflogen. Spanische Staatsbürger sollten das Schiff als Erste verlassen. Sie sollen mit einem Regierungsflugzeug nach Madrid gebracht werden. Dabei werde sichergestellt, dass die Passagiere keinen Kontakt zur Öffentlichkeit hätten, hieß es. 30 Besatzungsmitglieder sollen an Bord bleiben, um das Schiff zur Desinfektion in die Niederlande zu steuern. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder seien nach weiterhin geltenden Informationen ohne Krankheitssymptome, sagte Spaniens Gesundheitsministerin Mónica García.

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Evakuierung soll bis Montag dauern

Die Evakuierung soll nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums bis Montagnachmittag dauern. Das Kreuzfahrtschiff "MV Hondius" war Sonntagfrüh vor der Küste der spanischen Kanaren-Insel in der Nähe des Hafens von Granadilla eingetroffen. Während der Reise durch den Südatlantik waren an Bord Infektionen mit dem Hantavirus ausgebrochen.

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Während der Reise durch den Südatlantik waren auf der „MV Hondius“ Infektionen mit dem Hantavirus ausgebrochen. Acht Menschen erkrankten, bei sechs wurde das Virus laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigt. Drei Menschen starben, ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden sowie eine Frau aus Deutschland.

Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem niederländischen Ehepaar ausging. Das Paar könnte sich bereits vor der Einschiffung in Argentinien angesteckt haben.

WHO sieht geringes Risiko

Die europäische Gesundheitsbehörde stufte vorsorglich alle Passagiere als Hochrisikokontakte ein. Für die Allgemeinheit schätzt die WHO die Gefahr jedoch als gering ein, für Menschen an Bord dagegen als moderat. Zur Koordinierung des Einsatzes reiste auch WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus nach Teneriffa.

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