Hantavirus

Vor Evakuierung: WHO-Chef reist zu Virus-Schiff

Nach mehreren Todesfällen auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" spitzt sich die Lage weiter zu. Noch bevor das Schiff die Kanarischen Inseln erreicht, macht sich nun sogar der WHO-Chef persönlich auf den Weg nach Teneriffa. 

Auf der "Hondius" waren während einer Expedition mehrere Menschen mutmaßlich mit dem Hantavirus infiziert worden. Drei Passagiere kamen ums Leben, sechs weitere sollen sich angesteckt haben. Unter den Todesopfern befindet sich laut Berichten auch eine 78-jährige Deutsche aus Passau. 

WHO überwacht Evakuierung 

Die „Hondius“ wird in der Nacht auf Sonntag auf Teneriffa erwartet. Dort sollen die mehr als 140 Menschen an Bord das Schiff verlassen. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus kündigte an, die Ankunft und weiteren Maßnahmen persönlich zu begleiten. Gemeinsam mit Vertretern der spanischen Regierung will er die Abläufe vor Ort überwachen.

Laut WHO zeigt derzeit niemand auf dem Schiff akute Symptome einer Infektion. Trotzdem bleibt die Lage angespannt. Gesundheitsbehörden koordinieren derzeit medizinische Kontrollen, Quarantäne-Maßnahmen und die Versorgung der Passagiere.

Krisenstab auf Teneriffa

Spanien bereitet sich bereits auf die Ankunft vor. Gesundheitsministerin Mónica García und Innenminister Fernando Grande-Marlaska reisten gemeinsam mit dem WHO-Chef auf die Kanaren. Im Hafen von Granadilla soll ein Krisenteam den Einsatz koordinieren und sicherstellen, dass Gesundheitschecks und Sicherheitsmaßnahmen reibungslos ablaufen.

Auch deutsche Behörden eingebunden

Unter den Passagieren befinden sich auch mehrere Deutsche. Laut Bundesgesundheitsministerium handelt es sich um eine kleinere Zahl deutscher Staatsbürger. Die weitere Betreuung soll nach der Rückkehr über die jeweiligen Gesundheitsbehörden an den Wohnorten erfolgen.

An der Organisation rund um die Ankunft der „Hondius“ arbeiten laut Angaben mehrere Stellen eng zusammen, darunter das Robert-Koch-Institut, das Gesundheitsministerium, das Auswärtige Amt und internationale Organisationen wie die WHO.

Streit um Ankunft des Schiffes

Während Behörden auf Vorsicht setzen, sorgt die Ankunft des Schiffes in Spanien bereits für Diskussionen. Kritiker fordern strengere Maßnahmen und sprechen sich gegen das Einlaufen der „Hondius“ aus. Andere Politiker mahnen zur Ruhe, betonen aber, dass erst Entwarnung gegeben werden könne, wenn alle Passagiere sicher untergebracht und medizinisch betreut seien.

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